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Eklat: AfD-Chefin wirft am Tag 1 nach Wahl hin

Heute Redaktion
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Frauke Petry ließ bei der Pressekonferenz Bombe platzen.
Frauke Petry ließ bei der Pressekonferenz Bombe platzen.
Bild: Reuters

Die AfD zerlegt es jetzt schon: Bei der Pressekonferenz zum Thema "Die AfD im Deutschen Bundestag", kündigte Frauke Petry an, nicht Mitglied der Fraktion zu werden.

Mit 12,6 Prozent zieht die rechtspopulistische AfD in den deutschen Bundestag ein, bereits bei der ersten Pressekonferenz in Berlin heute Morgen flogen die Fetzen.

Nach einer Rede von Alexander Gauland (er verkündete, man wolle im Bundestag eine klare Opposition sein), übernahm Frauke Petry das Wort. Sie habe „nach langer Überlegung entschieden", nicht Mitglied der Fraktion zu werden.

Petry will als Einzelabgeordnete im Bundestag sitzen

Petry will stattdessen vorerst als Einzelabgeordnete im Bundestag sitzen. "Seien Sie aber versichert, dass ich weiterhin aktiv Politik machen werde, und dass mein politisches Ziel, mein Anspruch ist, dass wir eine konservative Wende 2021 in diesem Land im Bundestag hinbekommen. Dafür werde ich alles tun, damit das, was an vernünftigen AfD-Ideen seit 2013 erarbeitet wurde, auch tatsächlich politische Realität wird", so Petry in Berlin.

Petry sagte auch, sie könne und wolle das "Dissen innerhalb der eigenen Partei" nicht mehr totschweigen.

Nur kurz nach dem Paukenschlag verließ die AfD-Vorsitzende wortlos den Raum, Fragen beantwortete sie keine – auch nicht jene, ob sie AfD-Chefin bleiben werde.

Sieg in Sachsen

Für die AfD ist der Teilabgang von Petry ein herberer Schlag als es auf den ersten blick aussehen mag. Sie ist in Sachsen Landesvorsitzende. In diesem östlichen Bundesland holte die AfD am Sonntag 27,0 Prozent und wurde damit - noch vor der CDU - die stimmenstärkste Partei. 2016 hatte die AfD nur 6,8 Prozent der Stimmen geholt.

Erwartbar ist nun, dass es zu einem Machtkampf innerhalb der extremen Rechen kommt. Auf der einen Seite Petry, auf der anderen Seite das gegenwärtige Parteispitzenduo Alice Weidel und Alexander Gauland, das die Wahl im Alleingang bestritten hatte. Petry hielt sich auf Dinstanz, wirklich weg war sie nie. Und Insider rechnen damit, dass sie sich die Macht in der afD zurückholen will.



(red)