Eklat um Nazi-Symbol – Disziplinarverfahren eingeleitet

Das Rabenbanner auf dem Helm des Soldaten – das nordische Symbol wird gerne von Rechtsextremen benutzt.
Das Rabenbanner auf dem Helm des Soldaten – das nordische Symbol wird gerne von Rechtsextremen benutzt.Screenshot Bundesheer
Ausgerechnet in stark beworbenen Heeres-Videos zum Nationalfeiertag ist ein Soldat mit einem Symbol zu sehen, das auch von Neonazis verwendet wird. 

Ein kleines Stück Stoff auf der Rückseite eines Helmes sorgte am Dienstag für Aufregung in Österreich. Im Rahmen der groß beworbenen digitalen Leistungsschau wollte das Bundesheer die Bürger in die Rolle seiner Soldaten schlüpfen lassen.

Rabenbanner

Bei der Mission "Verteidige dein Land mit der Infanterie" war in dem beigefügten Video dann aber auch in Großaufnahme ein Soldat von hinten zu sehen, der ein Rabenbanner auf seinem Helm trägt. 

Das Symbol entstammt aus der nordischen Mythologie und zeigt einen Raben des Gottes Odin in Rot auf schwarzem Grund. In jüngerer Zeit wird es vor allem von Rechtsextremen und Neo-Nazis instrumentalisiert.

"Privates Abzeichen"

Das Bundesheer reagierte umgehend auf die Kritik im Netz, Sprecher Michael Bauer rückte zu einer Stellungnahme aus:  "Beim #Bundesheer-Gewinnspiel war in einem Video ein Soldat zu sehen, der ein nicht genehmigtes Abzeichen am Helm trug. Das Video wurde inzwischen vom Netz genommen. Private Abzeichen auf der Uniform sind verboten", betonte der Offizier auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. 

Disziplinarverfahren eingeleitet

Laut dem Abzeichen-Gesetz sei das Rabenbanner zwar nicht per se verboten, so Bauer weiter. Doch auch Bauer musste einräumen, dass es sich bei dem Rabenbanner um ein umstrittenes Symbol handelt. Deshalb solle der Soldat dazu "heute befragt" befragt werden – so die ursprüngliche Meldung, die er später revidieren musste.

Der Soldat befinde sich "noch bis Ende der Woche im Ausland", erklärt der Offizier später. "Nach seiner Rückkehr wird ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet und er wird zum Vorfall befragt werden." Personelle Konsequenzen würden allenfalls am Ende des Verfahrens stehen, so Bauer.

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