Das Wetterphänomen El Niño tritt alle paar Jahre auf und verändert weltweit das Wetter. In diesem Jahr begann die Saison besonders früh und heftig. Die Wassertemperaturen im Pazifik dürften von November bis Januar 3,8 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel liegen.
Die bisherige Höchstmarke lag bei rund drei Grad. Zum Vergleich: Von einem El Niño wird bereits ab einer Abweichung von 0,5 Grad nach oben gesprochen.
Der aktuelle El Niño könne "wortwörtlich die Messskalen überschreiten, die wir seit vier Jahrzehnten verwenden", heißt es auf Spiegel.de unter Berufung auf die Generalsekretärin der Weltwetterorganisation WMO, Celeste Saulo.
In Ostafrika und Teilen Zentralamerikas drohen Dürren. Andere Regionen müssen sich auf heftige Regenfälle und Überschwemmungen einstellen. In Indonesien kam es bereits Mitte Oktober zu schweren Überflutungen.
UNO-Nothilfekoordinator Tom Fletcher warnt: Die Auswirkungen würden "wirtschaftliche Schocks für die Weltwirtschaft auslösen und zu weiteren Konflikten, Vertreibungen und Migration führen". Er fordert dringend Vorbereitungen, damit den Betroffenen schnell geholfen werden kann.
Laut WMO dürfte sich das Ereignis bis Dezember weiter verstärken und bis Februar 2027 anhalten. Die Meeresoberfläche im zentralen Pazifik ist derzeit so warm wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen.