Elektrische Hilfe für den Ford Mondeo Traveller im Test

Ford hat seinem Mittelklasse-Modell Mondeo ein Update verpasst. Neben Neuerungen im Innenraum ist das wichtigste der Elektromotor, der nun beim Spritsparen helfen soll. Zusammen mit dem 2-Liter-Benziner gibt es so eine Systemleistung von 187 PS und eine CVT-Automatik.
von
Jörg Michner


Wir fuhren die Kombi-Version, also den Traveller, in der Spitzenausführung Vignale. Die beginnt bei 46.950 Euro, allerdings haben wir einige Extras dabei wie das Technologie-Paket 3 und das Business-Paket 4 oder die Sonderlackierung Arctic White, die den Preis auf 49.916 Euro erhöhen.

Was jetzt überrascht, ist das der Mondeo Hybrid trotz des zusätzlichen Motors, der Batterie und der dazugehörigen Technologie billiger ist als die herkömmlichen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (in Fall des Mondeo sind das ausschließlich Diesel): Der Traveller Vignale mit einem 190-PS-Diesel startet bei 50.500 Euro. Selbst der schwächere Motor mit 150 PS kostet als Vignale mindestens 48.400 Euro. Und die Ausstattungsvariante darunter, die ST-Line, kostet bei einem 190-PS-Motor annähernd gleich viel, nämlich 46.100 Euro. Das liegt aber auch an der um ein paar Prozent geringeren NoVA.

Hybrid senkt Verbrauch

Zahlt sich der Hybrid nun aber aus? Rein auf der freien Bundesstraße oder der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten hilft der Elektromotor nicht wirklich. Pendelt man so wie wir vom Wienerwald in die Redaktion – also Ortsgebiet, Freilandstraße & Autobahn – dann merkt man insgesamt schon etwas: 6,5 Liter sind ohne Mühe zu schaffen. Der Mondeo als reiner Verbrenner braucht da schon fast einen Liter mehr.

Wer allerdings in der Stadt, im Ortsgebiet oder verbautem Freiland – also bei niedrigen Geschwindigkeiten – unterwegs ist, der spart. Ein Beispiel: Am Weg zum Supermarkt (Ortsgebiet und etwas Freiland) sind wir von acht Kilometern immerhin 4,8 Kilometer rein elektrisch unterwegs gewesen. Durchschnittsverbrauch laut Bordcomputer: 4,4 Liter auf 100 Kilometer – also ziemlich genau das, was Ford im Prospekt verspricht.

Die Batterie hat einen Vor- und einen Nachteil: Das Kofferraumvolumen schrumpft von 525 Liter auf 403 Liter. Daraus ergibt sich auch ein erhöhter Boden und somit müssen Gegenstände noch ein Stück höher als die Ladekante gehoben werden. Immerhin kann den Boden ein Stück aufklappen und darunter kleinere Gegenstände verstauen.

Alles ganz normal

Der Vorteil entsteht durch die andere Gewichtsverteilung und den niedrigeren Schwerpunkt des Mondeo Hybrid. Die ohnehin schon sehr gute Kurvenlage wird damit noch einmal verbessert. Auch das CVT-Getriebe nervt nicht akustisch wie viele seiner Artgenossen, der Mondeo ist sehr gut gedämmt. Auch die Rekuperation fällt kaum auf, Beschleunigen und Bremsen geht "ganz normal". Es fällt eigentlich überhaupt nicht auf, dass man in einem Hybrid-Fahrzeug sitzt.

Am ehesten merkt man es am Armaturenbrett: Der Tacho sitzt in der Mitte, links und rechts Displays, wovon einer für Hybridanzeigen genutzt werden kann. Auch die Mittelkonsole wurde überarbeitet. Ansonsten bleibt alles beim alten und der Mondeo Hybrid bleibt seinen Tugenden als wirklich bequemes und geräumiges Fahrzeug treu. Einzig der Spurhalteassistent enttäuscht nach modernen Standards und ist bestenfalls als unzuverlässiger Retter in der Not anzusehen.

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