Elektrische Taxis als "Klimaschutz auf vier Rädern"

Mit einem Pilotprojekt stellen Wien und Graz die Weichen zur Mobilitätswende. Mit den E-Taxis soll der Traum von der "Null-Emission" wahr werden.

Bis 2040 will die "Klimamusterstadt" Wien klimaneutral und CO2-neutral werden. Dabei ist besonders der Verkehr ein großes Sorgenkind. Mit einem Pilotprojekt, das in Wien und Graz läuft, wird nun verstärkt auf E-Taxis gesetzt. In den nächsten zwei Jahren werden in Wien insgesamt acht Taxistandplätze und 56 Fahrzeuge mit der von "Easelink" entwickelten "Matrix Charging Technologie" umgerüstet. Als Fahrzeuge kommen voraussichtlich Hyundai Ioniq 5 und VW ID.4 zum Einsatz. Aber auch andere E-Fahrzeuge können entsprechend nachgerüstet werden. Der erste Standplatz geht im ersten Halbjahr 2022 in Betrieb.

Anstatt das E-Auto wie bisher mit einem Kabel an die Ladestelle anzustecken, wird das Fahrzeug, ausgestattet mit einem sogenannten Connector am Unterboden, per Knopfdruck mit einer Ladeplatte am Taxistandplatz verbunden. Mit diesem automatisierten Laden direkt an den Standplätzen werden die E-Taxis automatisch aufgeladen, ohne dass man das Fahrzeug verlassen oder eine E-Tankstelle aufsuchen muss. Dieses Projekt ist international einzigartig und nimmt eine Vorreiterrolle in der Mobilitätswende in Großstädten ein. Spätestens ab 2025 sollen in Österreich nur noch Taxis mit emissionsfreiem Antrieb zugelassen werden.

"Internationales Leuchtturmprojekt" für urbanen Verkehr der Zukunft

Vorgestellt wurde das Pilotprojekt heute, Mittwoch, durch Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ), den Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. "Wir schaffen hier ein internationales Leuchtturmprojekt, das den urbanen Verkehr nachhaltig verändern kann. Vom Wandel hin zu einer elektrischen Taxi-Flotte in Wien profitiert die gesamte Stadt und ihre Einwohnerinnen und Einwohner. Wir senken damit die Emissionen und verbessern sowohl die Lärmkulisse als auch die Luftqualität in unserer schönen Stadt", betonte Hanke.

"Die Taxibranche in Wien geht mit innovativen Projekten voran und ist sich ihrer Verantwortung im Klimawandel bewusst. Mit dem automatisierten Laden direkt am Standplatz können Taxi-Fahrerinnen und Fahrer ihr E-Fahrzeug während der Wartezeiten unkompliziert wieder aufladen. Unser Ziel ist es zu zeigen, dass nachhaltige Mobilität möglich ist und wollen damit andere Branchen motivieren", ergänzte Ruck.

Bisher kaum E-Taxis in Wien unterwegs

Tatsächlich wird es noch einiges an Motivation brauchen, auch bei den Taxlern selbst. In Wien gibt es derzeit 2.485 Taxiunternehmen mit insgesamt 5.844 Fahrzeugen. Der Anteil der E-Taxis liegt jedoch aktuell unter einem Prozent. 

Um das zu ändern arbeitet Wien Energie seit Jahren konstant am Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Wien. Auch die E-Taxis laden dort künftig ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. "Mit den Ladepads nimmt der Klimaschutz Fahrt auf. E-Taxis tanken dort künftig 100 Prozent Ökostrom. Durch die innovative Ladeinfrastruktur können wir die Mobilität in Wien noch nachhaltiger gestalten", erklärt der Vorsitzende der Wien Energie-Geschäftsführung Michael Strebl.

Das Projekt eTaxi in Wien und Graz wird unter Zusammenarbeit eines Projekt-Konsortiums durchgeführt. Das Kernteam besteht aus den Wirtschaftskammern Wien und Steiermark, Wien Energie und Energie Graz, Easelink GmbH, der Grazer Energieagentur, tbw research GesmbH, Taxi 40100 und Taxi 31300 sowie vibe moves you und Quintessenz Organisationsberatung. Weiters beteiligen sich auch der ÖAMTC sowie Hyundai am Projekt.

Pilotprojekt läuft noch bis 2024

Das aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms "Zero Emission Mobility Implementation" geförderte Projekt dauert bis Mitte 2024 und soll als Grundlage zum weiteren Mobilitätswandel dienen. "Mit unserem Förderprogramm wollen wir langfristige Umsetzungsperspektiven fördern. Das eTaxi Projekt ist ein Vorreiterprojekt. Es wirkt vielversprechend, um einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Durch die Beteiligung von Wien und Graz sind die größten österreichischen Städte als Vorzeigestädte mit dabei, was uns besonders freut", so Theresia Vogel, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds.

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