Elektrohändler Niedermeyer ist insolvent

Der Foto- und Elektrohändler Niedermeyer GmbH hat wegen Umsatzrückgängen am Dienstag beim Handelsgericht Wien den Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Mehr als die Hälfte der Filialen schließen, mehr als die Hälfte der Mitarbeiter müssen gehen.

Der Foto- und Elektrohändler Niedermeyer GmbH hat wegen Umsatzrückgängen am Dienstag beim Handelsgericht Wien den Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen hat einen Schuldenberg von 29 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte der Filialen schließen, mehr als die Hälfte der Mitarbeiter müssen gehen.

Es handelt sich um die größte Insolvenz in Wien im Kalenderjahr 2013. Das Konzept des Elektronik-Nahversorgers ist in einem von Großflächen-Diskontern und Online-Shops dominierten Markt zunehmend unter Druck geraten.

Die Ursache für die angespannte finanzielle Situation liegt laut Aussendung in konjunkturbedingten Umsatzrückgängen und sinkenden Margen, aber auch im sehr dichten Filialnetz.

Das Unternehmen wird nun die Möglichkeiten einer Restrukturierung im Zuge des Sanierungsverfahrens nutzen, um die wesentlichen Unternehmensbestandteile zu erhalten und eine strategische Neuausrichtung gewährleisten zu können.

Mehr als Hälfte der Mitarbeiter gekündigt

Der vorgelegte Sanierungsplan sieht eine Konzentration des Filialnetzes auf die besten innerstädtischen Lagen und Top Einkaufszentren vor. In Summe werden nur 45 von 98 Filialen fortgeführt. Welche Filialen bestehen bleiben, ist noch unklar, wie es vom "Kreditschutzverband von 1870" hieß.  Fakt ist: 279 der derzeit 580 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Gespräche mit Investoren

Die Unternehmensleitung führt derzeit Gespräche mit potentiellen Investoren zur Umsetzung des neuen Konzeptes. Darin ist der Umbau der verbleibenden Filialen auf einen neuen Standard vorgesehen, der sich an den erlebnisorientierten Shop-Konzepten von Apple und Samsung orientiert. Basis des neuen Konzeptes ist das vor kurzem eingeführte Niedermeyer-Multi-Shopping, ein innovatives Hybridangebot aus Internetbestellung und Abholung in der Filiale, mit dem Niedermeyer heute bereits einen Umsatzanteil von über 20% erwirtschaftet.

Werner Weber, Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer von Niedermeyer: "Mir ist bewusst, wie belastend die derzeitige Situation für jeden einzelnen der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Nach ersten Gesprächen mit potentiellen Investoren, bin ich aber überzeugt, dass nur ein radikaler Umbau des Unternehmens und eine Konzentration auf unsere Top-Standorte in Verbindung mit Multi-Shopping und dem erlebnisorientierten Shop-Konzept die Zukunft von Niedermeyer sichern kann."

Die erste Gläubigerversammlung ist für den 17. April 2013 angesetzt, teilte der Kreditschutzverband (KSV) von 1870 am Dienstag in einer Aussendung mit. Die Gläubiger sollen ihre Forderungen bis zum 23. Mai 2013 anmelden.

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