In Indien wurden rund hundert Menschen vermutlich durch das Essen von verseuchtem Reis vergiftet. Elf von ihnen starben, 93 weitere wurden hospitalisiert.
Während einer Zeremonie in einem Hindu-Tempel in der indischen Stadt Mysore sind rund hundert Personen vermutlich durch das Essen von Reis vergiftet worden. Elf von ihnen starben kurz darauf, 93 weitere mussten ins Spital gebracht werden. Von diesen befinden sich 29 Personen in einem kritischen Zustand und müssen beatmet werden, meldete die Gesundheitsbehörde am Samstag.
Die Patienten leiden unter Erbrechen, Durchfall und Atemproblemen. Nach der Einnahme des Reises habe sich zudem Schaum um den Mund der Betroffenen gebildet, berichtet der Sender NDTV. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder.
Reis hatte faulen Geruch
Weshalb es zu dieser Tragödie kommen konnte, wird derzeit untersucht. Die Behörden vermuten, dass im Reis eine giftige Substanz enthalten war. Proben würden derzeit untersucht, erklärt ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Ärzte vermuten, dass es sich um Pestizid handeln könnte, berichtet NDTV.
Der Reis war im Anschluss an die Zeremonie am Freitag als Weihe verteilt worden. Es gab Tomaten-Reis und aromatisiertes Wasser. "Vom Essen ging ein fauler Geruch aus. Die ersten in der Warteschlange konsumierten den Reis aber trotzdem", so der Behördenmitarbeiter gegenüber NDTV. "Kurz darauf begannen sie zu erbrechen." Zudem seien mehrere Krähen gestorben, nachdem sie vom Reis gefressen hatten.
War es Absicht?
Laut dem Sender wurden zwei Personen verhaftet. Die Polizei suche jedoch noch nach fünf weiteren Verdächtigen. Offenbar geht sie davon aus, dass der Reis absichtlich vergiftet wurde: Der Zeremonie sei ein Streit zwischen zwei Gruppen vorausgegangen.
Die Regierung will nun den Familien der Opfer je knapp 7.000 Franken Entschädigung zahlen. Religiöse Feste in Indien sind oft schlecht organisiert, weil Polizei und Helfer meist von der Masse der Besucher überwältigt werden. (red)