Schauspielerin Elfriede Ott ist gestorben

Die Schauspielwelt trauert um Publikumsliebling Elfriede Ott: Die österreichische Aktrice starb im Alter von 94 Jahren.
Elfriede Ott starb am Mittwochvormittag (12.6.), einen Tag nach ihrem 94. Geburtstag, an Altersschwäche. Wie der ORF berichtet, hatte ihr Sohn Goran David Ott ihren Tod gegenüber "Wien heute" bestätigt.

Die Schauspielerin wurde am 11. Juni 1925 geboren. 1944 gab sie ihr Debüt im Burgtheater in Hauptmanns "Die goldene Harfe". Es folgten weitere Rollen in Goethes "Stella", in Grillparzers "Sappho" sowie in Shakespeares "Sommernachtstraum".

Sie war auch Kabarettistin und Diseuse

1958 begann sie, im Theater in der Josefstadt zu spielen. In den 50er Jahren stand sie zudem als Kabarettistin auf der Bühne, neben ihrem Ehemann Ernst Waldbrunn. Die beiden ließen sich 1964 scheiden. Auch als Diseuse feierte sie Erfolge. Sie trat unter anderem mit Julius Patzak oder Waldemar Kmentt auf.

CommentCreated with Sketch.22 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Die Soloprogramme wurden von ihrem "Lebensmensch Hans Weigel" zusammengestellt, mit dem sie bis zu seinem Tod zusammen war. Zu ihren bekanntesten Soloprogrammen zählten unter anderem "Phantasie in Ö-Dur" (1965), "Die lustigen Klassiker" (1968) oder Das kleine Zweimaleins" (1969, mit Waldemar Kmentt). 1983 gründete Ott die Festspiele "Nestroy auf Liechtenstein", deren Intendantin sie bis zu ihrem Tod war.

Ofczarek, Friedl und Cervik haben bei Ott gelernt

Nur zwei Jahre später gründete sie die Schauspielabteilung des Wiener Konservatoriums, die sie bis 2004 leitete. Ott hatte viele Schüler, die später große Erfolge als Schauspieler feierten, darunter Andre Heller, Nicolas Ofczarek, Christoph Friedl oder Sandra Cervik. Mittlerweile wird die Ausbildungsstätte von ihrem Adoptivsohn Goran David geleitet.

Darüber hinaus absolvierte sie Auftritte bei den Salzburger Festspielen, beim Salzburger Straßentheater (1970 – 1972) oder bei den Wiener Festwochen.

Vor 30 Jahren hatte sie zudem die Maria Enzersdorfer Festspiele mit ihrem späteren Lebensgefährten Hans Weigel gegründet. 2012 fand dort mit Nestroys Posse "Umsonst" die letzte Inszenierung statt.

Zur "Doyenne des Theaters in der Josefstadt" ernannt

Ott wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Professorentitel, dem Titel Kammerschauspielerin, dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich oder der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Wien. Im Jahr 2009 wurde Elfriede Ott zur Doyenne des Theaters in der Josefstadt ernannt.

Politiker trauern um Elfriede Ott

Zahlreiche Menschen trauern um die verstorbene Schauspielerin, unter anderem auch der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen. In seinem Beitrag auf Twitter heißt es:

"Österreich verliert mit Elfriede Ott eine seiner beliebtesten & profiliertesten Schauspielerinnen. Sie hat sich i.d. Herzen d Theaterfans gespielt & sich engagiert d Ausbildung junger Bühnentalente gewidmet. Wir alle werden ein ehrendes & dankbares Andenken an sie bewahren."



Auch die zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures gab ein Statement ab: "Elfriede Ott war nicht nur eine der beliebtesten Schauspielerinnen Österreichs und Wiens, sondern für mich geradezu der Inbegriff einer Wiener Theaterlegende mit Hirn, Können, Herz und viel Schmäh. Sie prägte als eine der wenigen Universalkünstlerinnen ein halbes Jahrhundert die Wiener Theaterbühnen und fand dabei immer Zeit junge Schauspieltalente zu fördern. Ihre Auftritte und ihr verschmitztes Lächeln werden mir sehr fehlen."

Gernot Blümel, Landesparteiobmann der neuen Volkspartei Wien, meldete sich ebenfalls zu Wort: "Elfriede Ott war über Jahrzehnte hinweg eine Ikone auf den Wiener Schauspiel Bühnen, insbesondere am Theater in der Josefstadt. Durch ihr vielseitiges Talent prägte sie nicht nur die Theaterlandschaft, sondern begeisterte die Menschen auch als Kabarettistin und Kino-Schauspielerin."

(LM)

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