Eloy de Jong: "Ich habe mich jahrelang versteckt"

Bei "Caught in the Act" war er in den 90ern DER Teenie-Schwarm. Mit "Heute" sprach Eloy de Jong über das Leben danach, Schlagermusik und Tochter Indy.

Es läuft beim gebürtigen Holländer: Mit seinem zweiten Soloalbum "Auf das Leben – fertig – los!" stürmte Eloy de Jong bis auf Platz 9 der österreichischen Albumcharts, seine Biografie "Egal, was andere sagen" erklimmt gerade die Bestseller-Hitlisten und im Herbst startet er mit seiner TV-Show "Ich find Schlager toll" neu durch. Denn so erfolgreich war er nicht immer - und daran wäre er fast zerbrochen.

Nach dem Boyband-Fame ins Aus

Rückblick: Nach Eloys Aus bei der Band "Caught in the Act" 1998 fiel er in ein tiefes Loch. "Es gab Momente, in denen die Hoffnung ganz klein war", gesteht er uns im "Heute"-Gespräch. "Aber was wirklich gut war - und das kann ich jetzt im Nachhinein sagen -, das war, dass ich wirklich ganz auf dem Boden gelandet bin, dass wirklich alles weg war. Denn dort unten hatte ich dann nur eine Wahl: Gebe ich auf oder mach' ich weiter".  

Eloy rappelte sich wieder auf. Er erarbeitete sich einen Job beim holländischen TV-Mastermind John de Mol, entwickelte neue TV-Formate und erkannte, dass er auch abseits der Showbühne erfolgreich sein kann. "Das war gut für mein Selbstbewusstsein. Denn als es mit 'Caught in the Act' so richtig losging, war ich 19. Zu jung. Denn in dem Alter, in dem sich die meisten als Mensch aufbauen und ihre Persönlichkeit entwickeln, war ich so prominent, dass ich 24 Stunden am Tag einen Bodyguard dabei hatte."

Schwieriges Outing

Sein Outing im Sommer 1999, ein Befreiungsschlag. "Ich habe meinen Traum gelebt. Es war nie mein Plan, Lehrer oder Feuerwehrmann zu werden, sondern Boyband-Star. [...] Aber ich habe mich auch jahrelang versteckt. Ich wollte nicht lügen, daher habe ich auf versucht, zum Beispiel Interviews mit der [Jugendzeitschrift] 'Bravo' über Sex und Liebe so nahe wie möglich an der Wahrheit zu bleiben. Ich hab auch immer darauf geachtet, dass ich möglichst 'männlich' sitze. Dieses negative 'Kopfkino' war ein riesiger Druck", erzählt der 47-Jährige heute.

Hinzu kommt Eloys schwieriges Verhältnis zu seinem Vater. Prosper de Jong habe sein Anderssein nie akzeptiert, konnte mit seiner Kreativität und seiner Liebe zum Tanz nichts anfangen - "ich habe kein Fußball gespielt". Als er ihm schließlich gesagt habe, dass er Männer liebe, sei das ganz schlimm gewesen. Mehr dazu schildert er auch in seiner Biografie "Egal, was andere sagen" (Edel Books) - und im Video:

Apropos: Der Buchtitel ist auch der Name einer der erfolgreichsten Singles des Debütalbums. Der Song ist eine Coverversion des Boyzone-Hits "No Matter What", den Eloy de Jong dem verstorbenen Boyzone-Sänger und langjährigem Lebenspartner Stephen Gately widmete. 

Zweites Leben in Work-Life-Balance

Als er das Lied am 17. März 2018 erstmals live in der "Heimlich!"-Show von Florian Silbereisen präsentierte, begann plötzlich sein "zweites Showbiz-Leben" - im Deutschen Schlager und in Freiheit. "Jetzt brauche ich meine Emotionen und meine Kreativität nicht mehr zu verstecken. Ich muss nicht immer daran denken, mach ich's gut genug. Klar, wenn ich nach Singapur reise, warten keine 10.000 Fans mehr auf mich - aber ich kann jetzt sein, wie und wer ich bin."

Eloy de Jong im Schlager-Talk mit "Heute"-Redakteur Jochen Dobnik
Eloy de Jong im Schlager-Talk mit "Heute"-Redakteur Jochen DobnikHeute.at / Sepp Adlmann

Und was er uns im "Heute"-Interview auch strahlend erzählt. Er hat endlich die Balance gefunden! "Ich bin seit 13 Jahren mit Ibo zusammen, seit 9 Jahren sind wir Papa und wir helfen unserer Tochter jeden Tag dabei, zu einer selbstbewussten Frau heranzuwachsen." Und wer weiß, vielleicht tritt Indyja irgendwann mal in die beruflichen Fußstapfen ihres Vaters. Am aktuellen Album ist sie bereits auf "Lebe bunt" zu hören (siehe unten) - genauso wie Beatrice Egli. Und mit Eloy an der Seite - und seinen Erfahrungen - kann da wohl wenig schief gehen. Auf das Leben – fertig – los!

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