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Eltern empört: "Bussi Bussi"-Pflicht an oö. Schule

Heute Redaktion
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Eltern sollten unterschreiben, dass sich Kinder von "Ranghöheren" küssen lassen müssen, wenn diese das wollen.
Eltern sollten unterschreiben, dass sich Kinder von "Ranghöheren" küssen lassen müssen, wenn diese das wollen.
Bild: iStock/Symbol

Eltern in Oberösterreich hätten unterschreiben sollen, dass sich ihre Kinder in der Schule vom "Ranghöheren" küssen lassen müssen – wenn der es will.

"Bussi Bussi"-Pflicht an einer oö. Schule! Die Eltern sind empört. Wie weit darf eine Schule gehen?

Die Hintergründe: Die Neue Musik-Mittelschule in Saxen (Bez. Perg) gab den Kindern eine Hausordnung inkl. Begrüßungs-Verordnung mit, die die Eltern unterschreiben hätten sollen.

Und darin steht: "Dem Ranghöheren obliegt allgemein die Wahl der Begrüßung – sei es eine freundschaftliche Umarmung, ein Wangenkuss, ein Zunicken oder eben ein Handschlag. Als Rangniederer fügt man sich der Wahl und erwidert die jeweilige Begrüßung. Der Mitarbeiter wird sich also nach dem Kunden richten, der Herr nach der Dame und das Kind nach dem Erwachsenen (…) Rangniedrigere grüßen Ranghöhere", zitiert die oö. BezirksRundschau aus dem Schreiben.

Wangenkuss? Kind richtet sich nach dem Erwachsenen? Soll das etwa heißen, dass ein Lehrer, der von einem Mädchen auf die Wange geküsst werden will, das von ihm auch fordern kann?

Die Eltern sind fassungslos. "Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass ich einer ekeligen Sache für meine Tochter, einen Wangenkuss, zustimme. Laut Schul-Schreiben müsste sich mein Kind theoretisch einem Begrüßungkuss fügen. Ein Kuss würde sich für mein Kind aber als Belästigung anfühlen", berichtet eine Mutter in der BezirksRundschau.

Direktorin Maria Reindl verteidgt gegenüber der Rundschau die Hausordnung. "Respektvolles Verhalten beginnt beim richtigen Grüßen. Daher sehen wir es als Lehrer als unsere Aufgabe, Kinder diesbezüglich fürs Leben vorzubereiten und vertrauen dabei auf die Mithilfe der Eltern", so die Direktorin. Sie fügt aber auch hinzu: "Wir sind erschüttert, dass unsere guten Absichten ins schlechte Licht gerückt werden."

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