Medienberichten zufolge wurden die Eltern am 22. März um 12:13 Uhr, vier Stunden nachdem sie ihr Kind dort abgegeben hatten, von der Kinderkrippe angerufen, weil das Kind krank sei. Das Kleinkind, damals 2 Jahre und 3 Monate alt, wurde in der pädiatrischen Notaufnahme stationär aufgenommen. Zwölf Stunden später fällt die Diagnose: Das kleine Kind ist betrunken. Es hat 0,3 g Alkohol im Blut.
Laut erstem Gutachten ist auszuschließen, dass das Kind durch ein Medikament vergiftet worden war. Es schloss auch die Hypothese des Eigenbrauer-Syndroms aus, einer seltenen Krankheit, die eine Alkoholvergiftung verursacht, indem sie Kohlenhydrate in leberschädigende Alkohole wie Butanol, Methanol und Ethanol umwandelt. Lediglich Alkoholkonsum könnte das Baby krank gemacht haben, heißt es in der Untersuchung. Ohne festzustellen, wo, wie und wann es hätte passieren können.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Nîmes lieferten keine Antworten. Ein Ermittlungsrichter soll nun dafür sorgen, Licht in diesen rätselhaften Fall zu bringen. "Die Eltern sind auf der Suche nach der Wahrheit und das ist ganz normal", wird der Anwalt des Paares, Hugo Ferri, von den Medien zitiert. "Sie wollen ihr Kind schützen und die Gerüchte zum Schweigen bringen. Es lagen zweifellos Fahrlässigkeit und ein offenkundiger Mangel an Sicherheit vor. Liegt keine individuelle Haftung vor, kann die Haftung einer juristischen Person bestehen."