7 Jahre Haft! Eltern mit Baseballschläger getötet

Axt-Killer Gerald B. mit Anwältin Astrid Wagner am Weg in den Schwurgerichtssaal.
Axt-Killer Gerald B. mit Anwältin Astrid Wagner am Weg in den Schwurgerichtssaal.Bild: Fritz Schaler

Tränen der Erleichterung beim Angeklagten Gerald B. (48) in Wr. Neustadt. Die Geschworenen entschieden: Es war Totschlag, 7 Jahre Haft (nicht rechtskräftig).

Drückte er am ersten Prozess noch Tränen der Reue, waren es heute Tränen der Erleichterung beim Angeklagten. Denn: Das Urteil lautete nicht auf Mord, sondern Totschlag - Höchststrafe: 10 Jahre Haft.

Nach den Zeugenbefragungen am 27. Juni waren heute die Experten am Wort: Laut psychiatrischem Sachverständigen Karl Dantenhofer war der Angeklagte stark belastet, aber nicht psychisch krank. Gerald B. habe sein ganzes Leben damit verbracht, sich um Andere zu kümmern. Vor allem um seine gehörlosen Eltern im Haus in Perchtoldsdorf.

"Dadurch verzichtete er immer", so Dantenhofer. Und als nach dem bettlägrigen Vater (85) auch noch die Mutter (75) nach einem Treppensturz das Bett hüten hatte müssen, kippte der Angeklagte. "Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht", meinte der Gutachter. Wie berichtet, hatte der 48-Jährige seine schlafenden Eltern mit einem Baseballschläger getötet, ließ sich widerstandslos festnehmen und gestand am ersten Prozesstag die Bluttat.

Video der Tatrekonstruktion

Am Dienstag Nachmittag war dann Gerichtsmediziner Wolfgang Denk am Wort, erklärte die Verletzungen, dann sahen die Geschworenen ein zweistündiges Video von der Tatrekonstruktion.

Am Abend ging es dann zur Urteilsverkündung. Anwältin Astrid Wagner kämpfte, plädierte auf Totschlag, die Laienrichter entschieden: Es war kein Mord, sondern Totschlag. Der Angeklagte brach in Tränen aus – vor Freude und Erleichterung. Urteil: sieben Jahre Haft (nicht rechtskräftig).

(Lie)

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