Eltern-Protest gegen Schulschließungen in Linz

Vor dem Linzer Landhaus protestierten am Montag Eltern gegen die Schulschließungen.
Vor dem Linzer Landhaus protestierten am Montag Eltern gegen die Schulschließungen.Mike Wolf
In Linz protestierten am Montagfrüh Dutzende Eltern gegen die Schulschließungen aufgrund des Coronavirus.

Montag, kurz vor 8 Uhr beim Linzer Landhaus. Immer mehr Eltern kommen mit ihren Kindern in den Park vor dem Amtssitz der Landesregierung in der Linzer Innenstadt. Manche tragen Transparente, fast alle tragen Maske. 

Grund für die "Demo": Die von LH Stelzer und LH-Stv. Haberlander (beide ÖVP) verkündeten Schulschließungen für diese Woche. 

Denn während viele Verständnis für die raschen Maßnahmen zeigen, finden andere das Handeln des Landes überzogen. 

Die Linzerin Birgit Kornmüller organisierte den Aufstand der Eltern. Sie schrieb in einem Rundmail, das am Wochenende durch die Sozialen Medien geschickt wurde: "Ich fühle mich absolut im Stich gelassen! Ad hoc und völlig planlos schließt die OÖ Landesregierung alle Schulen und Kindergärten. Verrückterweise lockert die Bundesregierung am selben Tag die Beschränkungen in der Gastronomie, für Sportevents und Großveranstaltungen. Das verstehe ich nicht und kann es auch meiner 8-jährigen Tochter nicht erklären."

Kornmüller: "Es gibt keinen Plan, keine Strategie"

Demo-Organisatorin Birgit Kornmüller (42) zog im Gespräch mit "Heute" eine zwiespältige Bilanz. "Ich war überrascht, wie viele Betroffene dann wirklich gekommen sind und ich habe sehr viel Unterstützung von Menschen bekommen, die nicht kommen konnten". Enttäuscht war sie von LH-Vize Christine Haberlander. "Ich habe das Gefühl, dass es keinen Plan gibt, keine Strategie", so Kornmüller.

"Sie hat immer betont, dass es jetzt darum geht, die Wirtschaft zu schützen. Aber ohne uns geht es auch der Wirtschaft nicht gut", sagt sie. Kornmüller versprach auch, dass sie an dem Thema dran bleibt. "Klar ich bin privilegiert. Aber ich nutze das Privileg aus, für die zu sprechen, die das nicht können!", gibt sie sich kämpferisch.

Ein weiterer Kritikpunkt der Eltern ist, dass teilweise Schulen geschlossen wurden, in denen es keinen einzigen Verdachtsfall gibt, während andere Schulen mit Verdachtsfällen weiterhin geöffnet haben, die nicht in einem der fünf betroffenen Bezirke liegen. Geschlossen sind ja, wie berichtet, Schulen in Linz, Linz-Land, Wels, Wels-Land und Urfahr-Umgebung.

Schule mit Verdachtsfall offen, andere ohne hat zu

Das führt zu seltsamen Konstellationen: Etwa, dass es in St. Georgen an der Gusen in der Volksschule einen Verdachtsfall gab (dort wurde – allerdings schon Anfang Juni, als die Lage weit entspannter war – eine Schülerin positiv getestet) und die Schule trotzdem weiterhin geöffnet hatte. Und dass zehn Kilometer weiter in Engerwitzdorf, wo es keinen Fall gibt, die Schule jetzt schließen musste – weil es eben der Bezirk Urfahr-Umgebung ist.

Die zuständige Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander stellte sich am Montag der Diskussion mit den Eltern. 

In OÖ wurden am vergangenen Freitag in fünf Bezirken Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Horte vorerst für eine Woche geschlossen. Betroffen sind mehr als 100.000 Kinder.

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