Überall formiert sich Protest gegen die Einsparungen von 57 Millionen Euro der Regierung im Bildungsbereich: Tausende Bürger klickten bei der Seite "Elternaufstand" auf Facebook auf "Gefällt mir". Am Wochenende wurde von der Schülerunion eine Petition ins Leben gerufen, die Heinisch-Hosek auffordert, "den Sparunsinn im Bildungsbereich zu unterlassen und keine Maßnahme auf Kosten der Schülerinnen und Schüler durchzuführen!" Auch die Lehrer planen eine Petition.
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Einer der Initiatoren von "Elternaufstand" ist Markus Grass (42). Der Wiener ist selbst Pädagoge und Vater eines AHS-Schülers (13). Er hat gemeinsam mit einer Mutter (Kinder gehen in AHS bzw. BHS) die Seite gegründet: "Wir wollten den Unmut bündeln, den es derzeit bei vielen Eltern gibt", erzählt er. Von der starken Resonanz ist die Gründergruppe positiv überrascht.
Kritik auch von Schülerunion
Die VP-nahe Schülerunion warnt vor einer Einschränkung der Ausbildungsqualität und sieht sich als "Opfer der Politik". Die Einsparungen seien "ganz klar an der falschen Stelle", verkündet die Schülerunion. "Es ist nicht fair, dass Schülerinnen und Schüler für das HYPO-Debakel drauf zahlen müssen."
Die an Heinisch-Hosek adressierte wurde bisher von 422 Unterstützern (Stand: Montagnachmittag) unterschrieben. Neben der Petition gibt es auch ein Informationsvideo (siehe oben), das die Einsparungspläne analysiert und die möglichen Konsequenzen genauer ausführt.
Platzmangel und Sicherheitsrisiko befürchtet
So werde es an den AHS Probleme geben, wenn in Informatik erst ab 25 Schülern die Gruppenteilungen stattfinden, weil die Computersäle der Schulen nicht darauf ausgerichtet seien. Derzeit wird laut Ministerium ab 13 Schülern geteilt. Die Schüler warnen außerdem vor einem höheren Sicherheitsrisiko, wenn in Werkstätten künftig zehn statt bisher sechs bis acht Schüler unterrichtet werden.
Unterstützung für Schüler
"Skandalös und fahrlässig" findet man das auch bei der als Gegenpol zum Bildungsvolksbegehren entstandenen Bildungsplattform "Leistung und Vielfalt". Vize-Vorsitzende Susanne Schmid nennt es außerdem "geradezu perfid", dass an den Oberstufenrealgymnasien in Deutsch, Mathematik und Englisch bei mehr als 31 Schülern keine Gruppenteilung mehr durchgeführt wird. Immerhin bräuchten Schüler beim Übergang an höhere Schulen ganz besonders intensive individuelle Betreuung.
Es seien "mittelalterliche Heilmethoden", dass "das Misserfolgsmodell" Neue Mittelschule nun durch einen "Aderlass bei der Personalausstattung auf die Erfolgsspur gebracht werden" solle.
Sorge auch bei BMHS
Gegen die geplanten Maßnahmen spricht sich auch der Jugendvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Florian Hohenauer, aus. Eine Erhöhung der Gruppengrößen wäre vor allem im BMHS-Bereich komplett kontraproduktiv: "In dieser Ausbildungsform ist die Drop-Out-Rate viel zu hoch, steigt die SchülerInnen-Zahl, geht auch die Drop-Out-Rate nicht zurück, eher im Gegenteil."