An öffentlicher Schule

Eltern verpfiffen Islam-Lehrerin ohne Kopftuch

Weil sie im Islam-Unterricht kein Kopftuch trug, beschwerten sich Eltern. Die Causa landete vor Gericht, berichtet "Heute"-Kolumnist Niki Glattauer. 

Niki Glattauer
Eltern verpfiffen Islam-Lehrerin ohne Kopftuch
Das Tragen eines Kopftuchs ist eine Frage der Freiwilligkeit, findet "Heute"-Kolumnist Niki Glattauer. (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Das Tragen eines Kopftuchs in der Öffentlichkeit ist ein Thema, das polarisiert. Auch "Heute"-Kolumnist Niki Glattauer bezieht Stellung und greift zudem einen konkreten Fall auf. Der ehemalige Schuldirektor muss zudem diesmal zwei "Nicht genügend" vergeben.

Eltern verpfiffen Islam-Lehrerin ohne Kopftuch

Da halte ich‘s mit Kanzler Nehammer: Das Kopftuch ist eine Frage der Freiwilligkeit. Trägt es eine gern, wird sie es in einem Rechtstaat wohl müssen tragen dürfen (dazu Christine Nöstlinger immer: "Ich kann nicht alles verbieten, was mir nicht gefällt.") Umso wichtiger – umgekehrt – der Ausgang des Arbeitsprozesses um eine Volkschullehrerin aus Wien, die, als sie noch Islam-Lehrerin war, von ihrem Arbeitgeber Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) gezwungen worden sein will, im Unterricht Kopftuch zu tragen.

Als sie trotzdem "oben ohne" unterrichtete, sei ihr mit Kündigung gedroht worden, worauf sie w.o. gegeben habe (deswegen will sie jetzt 60.000 Euro Schadenersatz). Die IÖGG bestreitet: Man habe ihr den Hijab "empfohlen", mehr nicht. Das Arge: Verpfiffen wurde die Lehrerin von den Eltern ihrer Schüler, die beim Inspektor eine Reli-Lehrerin mit Kopftuch forderten. In einer öffentlichen Schule in Wien. Wenn du mich fragst, ist das der Skandal. Urteil bis Mai.

Note: Nicht genügend

Zeugnisse: "Man zwingt uns zum Lügen!"

Die Schulnachrichten sind geschrieben und in Wien und NÖ auch schon verteilt. Bei vielen Lehrern sorgen sie für Ärger. Warum? "Weil uns das System zum Lügen zwingt". Der VS-Lehrer: "Bekanntlich müssen wir den Noten Erläuterungen beifügen, die mit den Noten korrelieren. Würde ich Noten vergeben, die diesen Erläuterungen entsprechen, gäbe es viele 3er, einige 2er und vielleicht ein oder zwei 1er, denn ein 1er muss mit dem Satz: '… erfüllt Leistungen in WEIT über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß' erläutert werden und welches Volksschulkind bringt schon Leistungen, die 'WEIT über... hinausgehen'?

Nun gibt es durch Druck der Eltern und auf Wunsch von oben bei den Kleinen aber so gut wie nur 1er, auch wenn oft noch sehr viel Luft nach oben ist, natürlich samt obiger Erläuterung mit meiner Unterschrift. Und ich soll dann so einer Wunderwuzzimutter erklären, dass sie mit ihrem Kind in Wahrheit dringend lesen und das 1x1 üben sollte. Es ist zum Kotzen!"

Note: Nicht genügend

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    Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com

    Verfl*xte Schüler sollten von der Schule gehen

    "Die verf*ckten Lehrer sollen alle sterben gehen". "Heute" berichtete, wie zwei zwölfjährige Mädchen eine Wiener MS aufmischen wollten. Nun hat sich auch die Lehrerinnengewerkschaft zu Wort gemeldet. Und zwar mit einer Forderung, die ich seit Jahren stelle: Schüler, die sich auf Grund ihres Verhaltens als unbeschulbar erweisen, gehören nicht, wie derzeit usus, vorübergehend suspendiert (um nach diesen "Ferien" ein, zwei Wochen später wieder in derselben Klasse zu landen), sondern – bis zu einem überprüften Verhaltenswandel! – raus aus der Komfortzone Schule.

    Wiens Chefgewerkschafter Thomas Krebs wünscht sich Maßnahmen "außerhalb des Schulstandorts". Ich wünsche mir - zur Entlastung aller anderen – eine Entlassung solcher Kinder in den häuslichen Unterricht. Dann wachen zumindest gewisse Eltern endlich auf.

    Note: Gar nicht gut

    NG
    Akt.