Österreich

Embryonen verwechselt: Schwestern klagen Arzt

Heute Redaktion
14.09.2021, 00:14

In der Klinik eines Vorarlberger Arztes soll es vor 25 Jahren wild hergegangen sein: Embryonen wurden verwechselt, nun fordern zwei Frauen alle Unterlagen.

Es ist ein unglaublicher Fall: Donnerstag begann im Ländle der Zivilprozess zu einer Causa, die verwirrender kaum sein könnte: Nach dem Tod ihres vermeintlichen Vaters kam die heute 25-jährige Kristina V. darauf, dass sie nicht sein Kind ist. Sie soll ebenso wie ihre jüngere Schwester von Unbekannten abstammen.

In der Praxis des Fortpflanzungsmediziners Herbert Zech soll es zu einer Verwechslung von Embryonen gekommen sein – doch nicht nur bei Kristina V.! Nun stellte sich heraus, dass auch ihre vermeintliche Schwester gar nicht mit ihr genetisch verwandt ist. Nur eins steht in dem Verwirrspiel fest: Der (inzwischen verstorbene) Vater der Mädchen ist in Wirklichkeit nicht der Samenspender – und die Mädchen stammen von gänzlich verschiedenen Vererbern ab.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, fordern die "Schwestern" nun im Zivilprozess von dem Mediziner die Herausgabe einer Liste aller Personen, die zum fraglichen Zeitpunkt in der Klinik waren. So wollen sie herausfinden, von wem sie wirklich abstammen. Außerdem soll der Arzt Tausende Euro Schadenersatz zahlen: Geld, das der vermeintliche Vater für "seine" Kinder ausgegeben hat. Das Urteil wird vermutlich schriftlich ergehen. (mah)

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