Emma Stone kämpft für Gleichstellung im Sport

Die 28-jährige Oscar-Preisträgerin schlüpft in ihrem neuesten Film in die Rolle der ehemaligen Profi-Tennisspielerin Billie Jean King.

Die 12-fache Grand-Slam-Siegerin und ehemalige Nummer 1 der Tenniswelt machte sich Anfang der 1970er daran, die Dominanz der Männer in der Tenniswelt zu brechen. Sie setzte sich für sportliche und damit auch finanzielle Gleichstellung von Spielerinnen ein.

Ihr Kampf gipfelte im Jahr 1973 in einem Show-Match gegen den damals 55-jährigen Ex-Profi Bobby Riggs. Vor über 90 Millionen TV-Zusehern siegte sie im "Battle of the Sexes".

Dieser historische Kontext wurde nun mehr als 40 Jahre später von Hollywood aufgegriffen und mit Emma Stone in der Hauptrolle verfilmt. Die Story hat nach wie vor Aktualität. Obwohl sich seit damals viel getan hat, sind Frauen in vielen Bereichen des Berufslebens den Männern noch immer nicht gleichgestellt. Das trifft für den professionellen Tennissport genauso zu wie für Hollywood.

Brillanter Cast

Emma Stone scheint die Rolle der 29-jährigen Billie Jean King nicht nur zu spielen, sondern sich vollständig in sie hineinzuversetzen. Neben ihrem Äußeren hat sie auch ihre Sprache, die Mimik sowie die Bewegungen auf dem Tennis-Court dem Original angepasst.

Das trifft auch auf den männlich Hauptdarsteller Steve Carell zu, der Kings Gegner Bobby Riggs porträtiert. Er hat sich ebenfalls ganz in die Rolle des "männlichen Chauvinistenschweins" fallen lassen.

Fokus auch auf Sexualität

Neben den sportlichen Themen legt "Battle of the Sexes" einen nicht zu geringen Fokus auf die Sexualität von Billie Jean King. Sie war zum damaligen Zeitpunkt mit einem Mann verheiratet, obwohl sie sich zu Frauen hingezogen fühlte. Doch Anfang der 1970er war es trotz der ein paar Jahre zuvor erfolgten sexuellen Revolution für Personen, die in der Öffentlichkeit standen, praktisch undenkbar, zu ihrer Homosexualität zu stehen.

Im Film wird Emma Stone dafür die britische Schauspielerin Andrea Riseborough zur Seite gestellt. Als Stylistin Marilyn Barnett führt sie die Tennisspielerin in die gleichgeschlechtliche Liebe ein. In diesen Szenen wird die Erzählgeschwindigkeit des Biopics gedrosselt, die Kameraeinstellungen wechseln in extreme Close-ups, um die Intimität des Augenblicks visuell zu unterstreichen.

Generell ist "Battle of the Sexes" aufgebaut wie ein klassischer Sportfilm. Die Protagonisten sowie das Thema werden vorgestellt, dann spitzt sich alles zum ersten Höhepunkt zu, an dem es eine Niederlage setzt. Doch die Heldin bleibt nicht lange am Boden liegen, sondern steht auf, putzt sich ab und wirft sich mit noch mehr Motivation erneut in den Kampf.

Fazit

Das Regieduo Jonathan Daytin und Valerie Faris machten aus der schon packenden geschichtlichen Vorlage ein spannendes Sportler-Drama mit viel Tiefgang, bei dem auch der Witz nicht zu kurz kommt.

Die mittlerweile fast 74-jährige Billie Jean King, die 2009 von US-Präsident Barack Obama die "Presidential Medal of Freedom" erhalten hat, ist mit Emma Stone in der Hauptrolle mehr als nur zufrieden. Der Film, der natürlich aus dramaturgischen Gründen zugespitzt präsentiert wird, gibt laut King die Essenz der Geschehnisse wieder.

Allein die schauspielerische Leistung von Emma Stone, die sich damit vielleicht eine Nominierung für einen "Golden Globe" oder gar einen "Oscar" abholen wird, ist schon einen Besuch im Kino wert.

Ab dem 24. November läuft "Battle of the Sexes" in den heimischen Lichtspielhäusern.

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