Wien

Emotionen pur! Tränenreiche Ukraine-Demo in Wiener City 

Bei einer Demo am Samstag in der Wiener Innenstadt protestierten mehrere tausend Menschen gegen den Ukraine-Krieg. Bei vielen flossen die Tränen.
Nicolas Kubrak
26.02.2022, 18:27

Zur Erinnerung: Am Donnerstag erklärte der russische Präsident Wladimir Putin den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine – seitdem herrscht im gesamten Land Krieg. Deshalb gingen am Samstag am Platz der Menschenrechte in Wien Menschen auf die Straße und protestierten.

Äußerst emotionale Demo

In emotionsgeladenen Reden erklärten Aktivisten der ukrainischen Diaspora mit Tränen in den Augen, dass die ukrainische Bevölkerung sich nie mit einer russischen Besetzung ihrer Heimat abfinden würden. Man werde nun jeden Tag hier stehen, bis Frieden in der Ukraine herrsche, rief eine Aktivistin ins Mikrofon. In ihrer Rede wandte sie sich an "Putinversteher" und seine Unterstützer. "Wir können es nicht zulassen, dass die Mörder des Putinregimes unter uns leben", rief sie.

"Schweigen ist Teilhabe"

In einer Rede auf Russisch forderte die Diaspora-Vertreterin anwesende russische Staatsbürger auf, ihre Verwandten in Russland anzurufen, damit sie in ihrer Heimat ebenfalls auf die Straße gehen. Schweigen sei nun Teilhabe, erklärte sie. Die Rednerin wandte sich auch an die russische Botschaft sowie russische Firmen in Österreich: Sie kündigte an, dass ihre ruhigen Tage gezählt seien.

Vorwürfe gegen österreichische Außenpolitik

Eine gebürtige Ukrainerin erhob bei einer Rede massive Vorwürfe gegen die österreichische Außenpolitik. Die Tatsache, dass Österreich den russischen Präsidenten 2014 als erstes EU-Land nach der Annexion der Krim empfangen habe, hätte Wladimir Putin gezeigt, dass er das machen darf.

„"Wir sterben, weil ihr bereit wart mit ihm (Anm.: Putin) zu sprechen."“

Bei der emotionalen Demo waren auch einige österreichische Politiker präsent. So sagte der Wiener Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos): "Ganz Wien steht hinter der Ukraine. Dieser Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine ist unvorstellbar und schwer zu ertragen", sagte er. Das wichtigste Recht sei das Recht auf Frieden und Leben, sagte der SPÖ-Menschenrechtssprecher im österreichischen Parlament, Harald Troch. Wie praktisch die meisten Redner schloss er seine Rede mit den Worten "Slawa Ukrajini" – "Ruhm der Ukraine", ab.

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