Multimedia

Emporia Supereasy im Test: Tolles Tastenhandy

Der Austro-Handybauer Emporia bringt die Tasten zurück. Beim neuen Handy Supereasy für die ältere Generation ist das ein toller Schritt. Der Test.

Rene Findenig
Teilen
Toller Umstieg vom Tastenhandy auf das Smartphone für Ältere: Das Emporia Supereasy.
Toller Umstieg vom Tastenhandy auf das Smartphone für Ältere: Das Emporia Supereasy.
Heute

Emporia, bekannt für simpel bedienbare und praktische Smartphones vor allem für Senioren, will mit dem neuen Tastenhandy Supereasy das Telefonieren, SMSen und Surfen noch leichter machen. Dazu bietet das neue Handy gleich zwei große Neuerungen. Eine davon fällt im Test sofort auf: Am unteren Bildschirmrand gibt es nun je eine Grün und eine Rot unterlegte Taste – mit der grünen Taste lassen sich Anrufe annehmen, mit der roten leg man auf oder man lehnt den Anruf ab.

Das zeigt sich als sinnvolle Neuerung für jene, die sich mit den bisherigen Touch-Funktionen noch immer etwas zu schwer getan haben. Das Gerät, das es für 230 Euro im Handel gibt, führt aber auch eine simplere Möglichkeit ein, seine Lieblingskontakte schnell anrufen zu können. Dazu gibt es am oberen Rand des Displays nun drei virtuelle, runde Buttons, bei denen die wichtigsten Telefonkontakte auf Wunsch mit Porträtfotos jederzeit im Blick sind und man nur darauf tippen muss.

Sieht fast wie in älteres Apple iPhone aus

Auch ein etwas angepasstes Design hat das Handy bekommen, es wirkt nun mit der flachen Vorderseite, dem gewölbtem, silbernen Rahmen und der zu den Kanten hin abgerundeten Rückseite wie ein älteres iPhone-Modell. Und wie die früheren Apple-Smartphones passt das Supereasy mit 11 x 138 x 66 Millimetern perfekt in eine Hand oder die Hosentasche. Mit nur 160 Gramm ist das Tastenhandy außerdem auf der eher leichten Seite. Die Verarbeitung ist aber weiter hervorragend.

1/10
Gehe zur Galerie
    Emporia, bekannt für simpel bedienbare und praktische Smartphones vor allem für Senioren, will mit dem neuen Tastenhandy Supereasy das Telefonieren, SMSen...
    Emporia, bekannt für simpel bedienbare und praktische Smartphones vor allem für Senioren, will mit dem neuen Tastenhandy Supereasy das Telefonieren, SMSen...
    Heute

    Auf der Rückseite darf man wieder zwischen zwei auswechselbaren und matten Kunststoff-Abdeckungen wählen. Das Standard-Cover umfasst das Kameramodul mit einem silbernen Rahmen, das Notruf-Cover gibt die auf der Rückseite unter der Kamera liegende Notruftaste – eines der Markenzeichen des Unternehmens – frei. Über diese wird im Notfall der Rettungsdienst kontaktiert, oder ein festgelegter Notfallkontakt. Tauschbare Cover heißen: Auch der Akku ist wechselbar.

    Großer Lieferumfang, ausreichendes Display

    Fett fällt der Lieferumfang des Kartons aus, denn enthalten sind ein USB-C-Ladekabel, eine ausführliche Bedienungsanleitung, der zusätzliche Akkudeckel ohne Notruftaste, extra Kopfhörern ein Ladegerät und ein Tischlader. Letzterer ist eine Schale mit Ladeports, in die das Handy einfach abgelegt werden kann, statt es per Adapter und Kabel an die Steckdose zu hängen. Eine kabellose Ladung unterstützt das Supereasy, das staub- und spritzwasserfest ist, aber nicht.

    Das 4,95 Zoll große Display kann zwar in keinem Bereich besondere Rekorde aufstellen, reicht aber vollkommen aus, um die wichtigsten Informationen im Blick zu haben, es auch bei Sonneneinstrahlung ablesen zu können oder ein Video und Bilder zu betrachten. Die Auflösung von 480 x 960 Pixel klingt nach wenig, da das Betriebssystem aber so aufgeräumt und übersichtlich ausfällt und mit sehr großen App- und anderen Symbolen arbeitet, fällt das bei der Nutzung kaum ins Gewicht.

    Im Inneren findet sich Einsteigertechnik

    Nicht allzu viel getan hat sich beim Innenleben im Vergleich mit den anderen Emporia-Phones. So gibt es im Supereasy einen Mediatek MT6739 Prozessor mit drei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher – typische Einsteiger-Ausstattung. Der interne Speicher kann per MicroSD-Karte um 64 GB erweitert werden. Mittel- und Highend-Technik ist nicht zu finden, 5G-Technologie gibt es ebenso wenig wie einen Fingerabdruckscanner, bei Bluetooth wird Version 4.0 geboten.

    Nicht super, aber zweckmäßig: Die Kamera des Emporia Supereasy.
    Nicht super, aber zweckmäßig: Die Kamera des Emporia Supereasy.
    Heute

    NFC hat das Handy dafür zu bieten. Mittel-, aber zweckmäßig ist die Akkulaufzeit. Der 2.500 Milliamperestunden starke Akku ermöglicht eine Telefonierzeit von fast zehn Stunden, im Standby gehen sich sieben Tage aus. Heißt: Die meisten Nutzer werden auf rund zwei Tage kommen, bevor das Gerät wieder geladen werden muss. Eine vollständige Ladung dauert dabei rund zwei Stunden. Interessant: Es gibt weiter einen Kopfhöreranschluss und eine Verbindungsmöglichkeit zu Hörgeräten. 

    Für Schnappschüsse brauchbare Kamera

    Keine Besonderheit stellt die Kameraausstattung dar, auf der Vorderseite knipst der Nutzer Selfies mit 5 Megapixel, auf der Rückseite Fotos mit 13 Megapixel. Das reicht für bei Tageslicht brauchbare Aufnahmen, die aber generell etwas dunkel ausfallen. Je mehr das Tageslicht abnimmt, umso mehr tritt auch Bildrauschen in den Aufnahmen zutage. Nachts sind dann so gut wie keine guten Bilder mehr möglich. Für den Preis und die technischen Daten ein erwartbares Ergebnis.

    Eines der Highlights der Emporia-Geräte findet sich beim Betriebssystem. Einerseits können Nutzer das Gerät mit der Standard-Android-10-Oberfläche (neueres Android gibt es noch nicht) mit allen eingeblendeten Apps bedienen. Oder aber man aktiviert die Emporia-App, die sich über das System legt. Sie organisiert die Betriebsoberfläche in nur drei übersichtliche Bereiche. Am Startbildschirm sind die Basisfunktionen wie Telefonieren, Menü und Schnelleinstellungen zu finden.

    Erleichtert den Umstieg vor allem für Ältere

    Per Tipp auf das Feld "Menü" kommt man zu einer Übersicht über die wichtigsten Einstellungen und Apps wie Kamera, Kalender, Wecker, Wetter oder Internet. Der Tipp auf das Feld "Telefon" führt zu den gespeicherten Anruf-Kontakten oder zur Nummerneingabe. Und über das Zahnrad-Symbol lassen sich die Schnelleinstellungen wie Taschenlampe, Wecker, Lautlos-Modus oder WLAN aktivieren und deaktivieren. Die Notruftaste ist übrigens standardmäßig deaktiviert, kann aber einfach eingeschaltet werden. Dazu legt man optional Notrufkontakte fest, entweder Privatpersonen oder Hilfsorganisationen.

    Die beiden Tasten machen vor allem Älteren den Umstieg auf Smartphones leichter.
    Die beiden Tasten machen vor allem Älteren den Umstieg auf Smartphones leichter.
    Heute

    Drückt man die Notruftaste dann drei Sekunden lang, verbindet sich das Gerät mit dem festgelegten Kontakt. Gleichzeitig startet auf Wunsch ein Warnton, der Personen in der Umgebung auf die Notsituation aufmerksam machen soll. Ist keine Mobilfunkverbindung, kein Guthaben oder kein Notrufkontakt gespeichert, wird der europäische Notruf 112 angerufen. Ebenfalls schön für Ältere: Per Lupenfunktion lässt sich jeder Bereich des Bildschirms vergrößern. Das Emporia Supereasy behält die Stärken der Emporia-Smartphones bei, ist dabei aber vor allem ein Handy, das Nutzern den Umstieg von Tastengeräten erheblich erleichtert.

    1/5
    Gehe zur Galerie
      Nach dem weltweit ersten Seniorenhandy und nach dem mehrfach ausgezeichneten Smartphone emporiaSMART.5 bringt emporia nun wieder eine Neuheit. 
      Nach dem weltweit ersten Seniorenhandy und nach dem mehrfach ausgezeichneten Smartphone emporiaSMART.5 bringt emporia nun wieder eine Neuheit.
      emporia