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"Endzone: A World Apart" im Test – Aufbau-Survival

"Endzone: A World Apart" hat den Early Access verlassen und zeigt sich in seiner finalen Form als spannender Mix aus Aufbau-Strategie und Survival.

Rene Findenig
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    Laut wurde die Trommel für "Endzone: A World Apart" nicht gerührt, leise macht das Spiel der Gentlymad Studios für PC aber von sich reden.
    Laut wurde die Trommel für "Endzone: A World Apart" nicht gerührt, leise macht das Spiel der Gentlymad Studios für PC aber von sich reden.
    Gentlymad Studios

    Laut wurde die Trommel für "Endzone: A World Apart" nicht gerührt, leise macht das Spiel der Gentlymad Studios für PC aber von sich reden. Denn das neue Game zeigt einen innovativen Mix aus Survival-Titel und Aufbau-Simulation. Die Ausgangslage ist jedoch düster: Die Welt liegt in Trümmern, Atomkraftwerke wurden gesprengt, Städte sind nun Ruinen, ganze Landstriche sind verstrahlt und überlebt haben nur kleine Grüppchen von Menschen. Ihr Ziel: Einen Ort finden, an dem eine neue Existenz und eine Stadt aufgebaut werden kann.

    Aus den unterirdischen "Endzones" geht es 150 Jahre nach der verheerenden Terror-Katastrophe zurück an die Oberfläche der Erde. Bereits die ersten Minuten sind ein harter Überlebenskampf: Der Spieler muss für seine Gruppe Überlebender sauberes Wasser, unverstrahlte Nahrung und einen Ort finden, auf dem provisorisch einige Gebäude gebaut werden können. Gespielt wird dabei aus der schrägen Vogelperspektive. Auch sonst ist vieles typisch für Aufbau-Sims: Rohstoffe und Nahrung wird gesammelt, aus dem Materialien dann immer mehr hergestellt und verarbeitet.

    Tiefgehende Survival-Mechaniken

    Das Besondere am Titel: Er geht weit tiefer als es für viele Genre-Vertreter eigentlich der Fall ist. Bei der Nahrungssucher hilft es beispielsweise nichts, eine satte Quelle anzuzapfen, denn Strahlung oder eine Dürre können sie schnell versiegen lassen. Zudem wirkt sich abwechslungsreiche oder immergleiche Nahrung auch auf den Gesundheitszustand der Überlebenden aus. Und auch in anderen Bereichen brauchen die Überlebenden unsere fast ständige Betreuung: Schutzkleidung muss hergestellt und geflickt werden oder Vorräte für Katastrophen müssen angelegt werden. Frustrierend wird das allerdings nie.

    Die Überlebenden werden vom Spieler nicht aktiv selbst gesteuert, sondern sie interagieren mit und reagieren auf vorhandene Infrastruktur. Stehen die ersten Gebäude und sind die ersten Straßen angelegt, übernehmen die Menschen klassische Aufgaben wie Sammeln von Rohstoffen. Festlegen lässt sich dabei, ob einige Personen sich um Spezialaufgaben wie die Wasseraufbereitung kümmern sollen. Wichtig dabei: Der Spieler muss auf die Entwicklungen reagieren. Sagt der Prognosebericht eine Dürre vorher, muss eine ganze Mannschaft Vorräte anlegen – droht verstrahlter Niederschlag, muss Schutzausrüstung im großen Stil produziert werden.

    Wetter kann spielentscheidend werden

    "Endzone: A World Apart" zeigt sich selbst im normalen Schwierigkeitsgrad knifflig, wobei die Entwicklung sehr unterschiedlich ausfallen kann. Manche Spielstarts bieten genug Zeit zum Anlegen von Vorräten und Vorbereitungen, andere überraschen mit langen Katastrophenperioden, in denen man verzweifelt um jeden Überlebenden kämpft. Klasse: Der Spieler hat viele Möglichkeiten zum Feintuning des Schwierigkeitsgrades, indem auch Teilbereiche wie das Vorkommen von Rohstoffen geregelt wird. Wer es ganz entspannt mag, kann sich auch nur dem Aufbau der Siedlung widmen. 

    Schade ist, dass nicht mehr Arbeit in die Umsetzung einer Kampagne geflossen ist. Es gibt zwar ein sehr langes Tutorial mit einiges an Hintergrundgeschichte, im Rest der zufallsbasierten Spielszenen ist man aber sowohl spielerisch, als auch erzählerisch im Freiflug. Abwechslungsreich ist das Spiel allerdings trotzdem, denn neben den Einstellungsmöglichkeiten kann man sich auch in verschiedenen Spielmodi versuchen. Beeindruckend ist auch die Entwicklung der Gesellschaft: Von Geburt bis Tod ist alles im Lebenszyklus der Bewohner zu finden, außerdem kann der Spieler auch harte Entscheidungen treffen, wie etwa unproduktive Bürger aus der Siedlung zu verbannen. Das hat Auswirkungen auf die Gefühle der Bürger, allzu komplex wird es aber nicht.

    Ein Überraschungs-Hit mit Tiefgang

    Neu in der finalen Version sind anders als im Early Access nun auch Plünderer, die versuchen können, die Siedlung zu überfallen. Entsprechend muss auch für Waffengewalt gesorgt werden, durch Wachtürme, Waffenfabriken und Co. Grafisch ist "Endzone: A World Apart" eine Überraschung: Die Karte und die Gebäude sind detailliert ausgefallen, die Darstellung ist dabei trotz wachsender Siedlungen auf die einzelnen Häuser fokussiert und zeigt sich überaus realistisch. Dabei entsteht der schöne Eindruck einer lebenddigen Siedlung, in der man sich um jeden einzelnen Bürger und jedes einzelne Haus kümmern will, statt im Einheitsbrei identer Gebäude unterzugehen. 

    "Endzone: A World Apart" ist ein kleiner Leckerbissen für Fans von Aufbau-Strategie, die sich auch vor etwas mehr Tiefgang nicht fürchten. Zwar sorgt das Zufallsprinzip des Titels dafür, dass man mit besonders guten oder schlechten Voraussetzungen in den Überlebenskampf starten muss, genau das macht aber auch einen Teil des Reizes aus. Wirklich gefehlt hat uns im Test nur eine Kampagne, die "Endzone" vielleicht in Zukunft noch spendiert bekommt. Bis dahin aber begeistern das komplexe Gameplay, die schön anzusehende Grafik und die Möglichkeit, sich das Spiel selbst so anzupassen, wie es am besten gefällt.