Wien

Energie-Bonus: So will Wien nun "treffsicher" helfen

Die Bundesregierung versendet Gutscheine an alle Haushalte. Wien setzt beim Energie-Bonus auf Entlastung von stark Betroffenen. 
Yvonne Mresch
15.03.2022, 16:50

Wien ist anders - auch wenn es um die Entlastung bei steigenden Energiepreisen geht. Der Bund setzt beim Energie-Bonus auf Gutscheine. 150 Euro sollen bis April an alle Haushalte versandt werden, mit wenigen Ausnahmen. Die Gutscheine können dann beim Energieversorger eingelöst werden. Aber: Top-Verdiener dürfen ihn nicht einlösen. Verdienen etwa zwei Personen gemeinsam mehr als 5.670 Euro brutto, erhalten sie keinen Bonus. Überprüft wird das stichprobenartig durch die Finanz. 

Hilfe in drei Paketen in Wien

In Wien hat sich die Stadtregierung für einen anderen Weg entschieden. Wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag ankündigte, ist die Hilfe hier auf drei Säulen aufgebaut: Besonders betroffene Wiener (Beziehende von Mindestsicherung, Mindestpension, Arbeitslosenleistungen oder Wohnbeihilfe) erhalten eine Pauschale von 200 Euro, ohne Antrag. Eine Energieberatung, den Austausch elektrischer Geräte oder die Teil-Übernahme von Rückständen, beziehungsweise der Jahresrechnung erhalten all jene, die am meisten von Energiearmut betroffen sind, etwa Familien oder Alleinerzieher. Weiters ist eine Förderung bei der Errichtung nachhaltiger Energieformen geplant.

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Enge Zusammenarbeit mit Magistrat

Doch warum schafft es Wien hier, gezielt zu helfen? Das erklärt das Büro von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ): Die Bundesländer sind für die Sozialdienste zuständig. Konkret bedeutet das, man könne in Wien mit den Servicestellen der MA40 (Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) zusammenarbeiten. Dort finden Betroffene persönliche Beratung und können ab dem vierten Quartal 2022 online einen "niederschwelligen und unbürokratischen Antrag stellen". 

Man habe in Wien bereits jahrelange Erfahrung mit finanzieller Hilfe, so Stadtrat Hanke. "Wien konnte als einziges Bundesland schon bisher energiearmen Haushalten bedarfsgerecht unter die Arme greifen. Unsere Form der Unterstützung hört jedoch nicht bei der finanziellen Hilfe auf. Wir helfen den Haushalten auch vor Ort, etwa mit Beratung, um nachhaltige Änderungen umzusetzen."

Kritik von Opposition

Scharfe Kritik am angekündigten Energie-Bonus übt indes die FPÖ. Stadtrat Dominik Nepp hält die präsentierten Maßnahmen für "eine Farce". Er möchte sie an die österreichische Staatsbürgerschaft koppeln. Die ÖVP vermisst Entlastung für Familien und den Mittelstand, die Grünen hingegen begrüßen den Bonus.

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