Die europaweit explodierenden Energiekosten werden für immer mehr Menschen zum finanziellen Problem. Auch in Wien. Bereits vor dem Anstieg der Energiepreise wurden im Doppelbudget für die Jahre 2022 und 2023 jeweils sechs Millionen Euro für die Wiener Energieunterstützung beschlossen. Nun überlegt man eine Ausweitung. In der morgigen Sitzung des Wiener Gemeinderates bringen SPÖ und Neos einen Antrag auf Prüfung und Anpassung der aktuellen Finanzmittel ein.
"In Wien soll niemand im Dunkel sitzen und frieren", betonen SPÖ-Gemeinderätin Barbara Novak und der Klubchef der SPÖ Wien Josef Taucher. Aufgrund der Preisexplosion soll geprüft werden, ob zusätzliche finanzielle Mittel für die Energieunterstützung nötig sind. Diese will die Stadt dann zur Verfügung stellen.
In den letzten Wochen haben die meisten Energiedienstleister auf Grund der gestiegenen Beschaffungskosten ihre Preise erhöht, zum Teil wurden laut SPÖ sogar Kunden gekündigt. Besonders dramatisch ist die Teuerung beim österreichischen Gaspreisindex: Dieser ist im Dezember 2021 im Vergleich zum Dezember 2020 um 515% höher und stellt einen historischen Preisanstieg dar. Die Stadt Wien will den Menschen bei dieser finanziellen Belastung helfen: "Mit der Wiener Energieunterstützung haben wir ein Instrument um Menschen zielgenau und treffsicher zu helfen".
Die Wiener Energieunterstützung helfe einfach und unbürokratisch, wird betont. "Bei Rückständen für Energiekosten oder Zahlungsunfähigkeit kann jede Wienerin und jeder Wiener Hilfe in Anspruch nehmen", so Energiespreche Taucher. Zusätzlich habe der städtische Energieanbieter Wien Energie eine eigene Ombudsstelle für soziale Härtefälle eingerichtet und es gebe Beratungsangebote für Menschen, die Probleme bei der Zahlung ihrer Energierechnung haben. "Dabei greifen wir Menschen unter die Arme und finden auf die jeweilige finanzielle Situation angepasste Lösungen", so Taucher.