Oberösterreich

Energiekrise – jetzt sollen Mülldeponien Strom liefern

Not macht erfinderisch: Oberösterreich will stillgelegte Deponien zur Stromerzeugung nutzen. Der Haken: Eine Bundesregelung lässt das noch nicht zu.

Tobias Prietzel
OÖ-Umweltlandesrat Stefan Kaineder bei der Montage einer Photovoltaik-Anlage
OÖ-Umweltlandesrat Stefan Kaineder bei der Montage einer Photovoltaik-Anlage
Land OÖ

Für den Grünen Umweltlandesrat Stefan Kaineder kann der Ausbau von erneuerbaren Energien "in der akuten Energiekrise gar nicht schnell genug gehen". Seit dem Ukraine-Krieg habe sich der Run auf Photovoltaik-Anlagen nochmals vervielfacht.

Neben Dächern von Privathäusern und Unternehmen seien Freiflächen für den Ausbau essenziell, so Kaineder. Aus seiner Sicht biete die Errichtung von Sonnenkraftwerken auf ehemaligen Deponiegründen enorme Möglichkeiten.

"Die Vorteile liegen klar auf der Hand: kein zusätzlicher Landverbrauch, vielfach ist die Infrastruktur bereits vorhanden", sagt der Landesrat. Für die Landwirtschaft seien die Flächen ohnehin nicht wertvoll, in der Regel gebe es eine günstige Topographie und kaum Verschattung.

Verordnung soll noch heuer geändert werden

Allerdings bestehen derzeit Hürden in der Deponieverordnung des Bundes, die eine einfache Genehmigung nicht zulassen. In der vergangenen Umweltreferenten-Konferenz der Länder sei aber beschlossen worden, diese Steine aus dem Weg zu räumen. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) arbeite bereits an einem Verordnungsentwurf, der noch heuer in Kraft treten soll, so Kaineder.

"Das entspricht zweimal den Einwohnern der Stadt Wels oder einmal den Einwohnern von Innsbruck." Umweltlandesrat Kaineder über das Potenzial zur Stromversorgung

Er sieht jedenfalls großes Potenzial: Oberösterreich verfüge über 131 Hektar an entsprechenden Flächen, 144 Gigawattstunden Strom seien möglich. Mehr als 128.000 Menschen könnten auf diesem Weg jährlich mit Strom versorgt werden. Kaineder: "Das entspricht zweimal den Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Wels oder einmal den Einwohnerinnen und Einwohner von Innsbruck."

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