Parks und Felder, die normalerweise saftig grün sind, haben sich in ausgedörrte, gelbe Flächen verwandelt. Flüsse führen kaum noch Wasser, und Bauern warnen vor drohenden Lebensmittelengpässen - ausgerechnet in einem Land, das für sein feuchtes Wetter bekannt ist.
71,3 Prozent Englands befinden sich mittlerweile im Dürrezustand, teilte das britische Umweltministerium mit. Die Lage habe sich nach einem extrem trockenen Start in den August weiter verschlechtert. Nirgendwo im Vereinigten Königreich herrsche noch ein Normalzustand.
Laut dem Spiegel fiel im Juli in England und Wales so wenig Regen wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - nur zehn Prozent der üblichen Menge. Statt Besserung steht dem Land nun die fünfte Hitzewelle des Jahres bevor, Niederschläge sind nicht in Sicht.
Die Behörden haben bereits zahlreiche Einschränkungen erlassen. In manchen Regionen ist es etwa verboten, Pflanzen mit dem Gartenschlauch zu gießen. Insgesamt sind 27 Millionen Briten von den Wasserrestriktionen betroffen.
Die Dürre beschränkt sich nicht auf die Insel: 95 Prozent des französischen Festlands und 99 Prozent der Schweiz erlebten im Juli Dürrebedingungen. Die Pegel vieler europäischer Flüsse wie Rhein, Donau und Elbe sind drastisch gefallen.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten enorm sein: Eine Studie der niederländischen Bank Triodos schätzt, dass die Hitze das EU-Bruttoinlandsprodukt 2026 um etwa ein Prozent schmälern könnte - wirtschaftliche Einbußen von rund 180 Milliarden Euro.
Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Die Durchschnittstemperatur lag laut dem EU-Beobachtungsprogramm Copernicus bei 21,62 Grad und damit über dem bisherigen Rekord aus 2022.