Taubenkot verhindert Brücken-Arbeiten um 20.000 Euro

Zentimeterdicker Taubenkot verhinderte die Inspektion der Salzburger Staatsbrücke.
Zentimeterdicker Taubenkot verhinderte die Inspektion der Salzburger Staatsbrücke.Bild: Fotolia (Symbolbild)
Die Salzburger Staatsbrücke sollte heuer inspiziert werden, doch der starke Taubenkot verhinderte es. Die Reinigung kostet nun 20.000 Euro.

Jedes Jahr passieren rund sieben Millionen Fahrzeuge die Staatsbrücke in der Salzburger City. Das Tragwerk der Brücke sollte nun überprüft werden, doch zentimeterdicker Taubenkot machte der Inspektion einen Strich durch die Rechnung. Ein Spezial-Team mit Atem- und Körperschutz sowie schweren Geräten will die Brücke bald in neuem Glanz erstrahlen lassen.

"Der erste Schritt ist die Entfernung der Bretterverschalung zwischen den Trägern. Dann kommen Dampfstrahler zum Einsatz, um den Taubenkot und die restliche Verschmutzung zu entfernen. Sie ist schon relativ stark. Diese Arbeiten müssen wir alle sechs Jahre machen", so Markus Holzleitner vom städtischen Brückenamt gegenüber "salzburg.orf.at".

"Wir schauen auch, was unter dem Kot ist. Wenn es massive Schäden gäbe, dann wäre es bei einer solchen Brücke verheerend" - Markus Holzleitner, städtisches Brückenamt

SPÖ fordert Lösung für Taubenproblem

Die stark säurehaltigen Exkremente können enorme Schäden verursachen, Rostschutz und Stahlträger müssen daher genau  untersucht werden. "Wir schauen auch, was unter dem Kot ist. Wenn es massive Schäden gäbe, dann wäre es bei einer solchen Brücke verheerend", meint Holzleitner. Diese Spezial-Reinigung hat ihren Preis – sie schlägt sich mit insgesamt 20.000 Euro zu Buche.

Doch die hohen Reinigungskosten sind für die SPÖ und Vogelexperten in Salzburg nur der Tropfen auf den heißen Stein: In der Stadt müsse wieder aktives Taubenmanagement betrieben werden, derzeit fehle ein Zuständiger dafür. Seit ein überwachter Taubenschlag am Hauptbahnhof vor Jahren geschlossen wurde, unternehme die Stadtverwaltung zu wenig, kritisiert der Salzburger SPÖ-Gemeinderatsklubvorsitzende Andrea Brandner.

Kein Platz für ein neues Taubenhaus

"Seit Jahren passiert nichts mehr zum Thema Tauben. Unsere Forderung wäre einmal konkret, dieses Thema ernst zu nehmen. Gerade in den Hotspots sind die Bewohnerinnen und Bewohner massiv belästigt durch diese Tauben – auch auf Balkonen. Es gibt in dieser Stadt ein striktes Tauben-Fütterungsverbot – aber das gehört wahrscheinlich besser kontrolliert", so Brandner zu "salzburg.orf.at".

Der Verein ARGE Stadttauben spricht sich für ein neues Taubenhaus aus, wo kontrolliert die Eier entfernt werden. Christine Medicus von der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft beim "Haus der Natur" rät davon aber ab: "Der Taubenbestand hängt ganz wesentlich von zwei Faktoren ab: Fütterung bzw. Futter- und Nistplatz-Angebot. Beides wird durch ein Taubenhaus eher vergrößert. So lange um dieses Taubenhaus genug Futter angeboten wird und genug Brutplätze vorhanden sind, werden die Tauben eher zunehmen und nicht abnehmen." Auch aus dem Büro von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) heißt es, dass es für ein Taubenhaus keinen geeigneten Platz gebe. Zudem hielten sich nur wenige Menschen nicht an das Fütterungsverbot. Wenn man diese strafen wolle, müsste man sie in flagranti erwischen.

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