Entführung in Algerien: Lebt Österreicher noch?

Bild: STATOIL (SCANPIX NORWAY)

Unter den 41 in Algerien von der islamistischen Gruppe Al-Kaida im Maghreb (AQMI) festgehaltenen Geiseln befand sich auch ein 36-jährigen Niederösterreicher. Bei einem darauf folgenden Luftangriff auf die Terroristen wurden einige Kidnapper, aber auch 34 Geiseln getötet. Ob darunter auch der Österreicher ist, steht nach derzeitigem Stand nicht fest.

Das Außenministerium hat am Donnerstag die Entführung eines Österreichers auf einem Ölfeld in Algerien an der Grenze zu Libyen bestätigt. Bei der Geisel handle es sich um einen 36-jährigen Niederösterreicher, der im Land für eine Ölfirma tätig war, sagte Außenamtssprecher Martin Weiss. Ob der Mann noch lebt, ist derzeit unklar. Denn die Geiselnahme hat später eine blutige Entwicklung genommen.

Die Islamisten hatten am Mittwoch eine Erdgasanlage in der Wüste Algeriens gestürmt und zahlreiche Menschen als Geiseln genommen, darunter mehrere Europäer und offenbar auch Amerikaner und Japaner. Die Lage spitzte sich am Donnerstag zu, als bei einem Befreiungsversuch der algerischen Armee mehrere Menschen getötet wurden.

Nach Angaben aus algerischen Sicherheitskreisen wurden beim Befreiungsversuch der algerischen Armee insgesamt 30 Geiseln getötet, die sich in der Hand islamistischer Terroristen befanden. Dabei handle es sich um acht Algerier, zwei Japaner, zwei Briten und einen Franzosen sowie um Angehörige weiterer Nationen, verlautete am Donnerstag Abend. Außerdem seien elf Islamisten getötet worden, darunter deren Anführer.

Mehrere Überlebende

Drei Belgier, zwei US-Bürger, ein Japaner und ein Brite hätten den Angriff der algerischen Armee mit Kampfhubschraubern überlebt, sagte ein Sprecher der Geiselnehmer der mauretanischen Internetnachrichtenagentur ANI.  Das irische Außenministerium teilte mit, dass auch die irische Geisel befreit werden konnte.

Die britische Regierung hat die Informationspolitik der algerischen Behörden kritisiert. Er hätte es bevorzugt, vor Beginn der Militäraktion informiert zu werden, ließ Premierminister David Cameron am Donnerstag über einen Sprecher der Downing Street mitteilen.

Ölfirma informierte Außenamt

 Man sei von einer Ölfirma informiert worden, dass auch ein Österreicher von der Situation betroffen sei, sagte Außenamtssprecher Martin Weiss. Der österreichische Botschafter in Algier stehe in ständigem Kontakt mit den algerischen Behörden, die die Ermittlungen leiten würden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters war er für die britische BP tätig, die gemeinsam mit dem norwegische Ölkonzern Statoil das Gasfeld in In Amenas betreibt. Auch Mitarbeiter des japanischen Konzerns JGC Corp. waren in In Amenas beschäftigt. 

"Kreuzzug französischer Truppen"

Die Entführer der mehr als 40 Menschen in Algerien haben ein Ende der französischen "Aggression" in Mali gefordert. Die Geiselnahme sei eine erfolgreiche Reaktion auf den "Kreuzzug der französischen Truppen" in Mali, hieß es in einer am Mittwoch auf der mauretanischen Website Alakhbar veröffentlichten Erklärung.

"Wir bestätigen, dass die Geiseln mehr als 40 Kreuzfahrer sind, darunter sieben Amerikaner und zwei Briten", hieß es in der Mitteilung der Gruppe des Algeriers Mokhtar Belmokhtar weiter. Belmokhtar ist einer der bekanntesten Anführer des nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegers AQMI. Algerien sei als Ort der Geiselnahme ausgewählt worden, weil der algerische Luftraum für die französische Luftwaffe geöffnet worden sei.

Freilassung erpressen

Die Islamisten wollten mit der Geiselnahme offenbar auch die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen erpressen. Ein Augenzeuge der Geiselnahme und Angestellter auf einem Standort des britischen Konzerns BP und der norwegischen Statoil im Osten des Landes sagte der Nachrichtenagentur AFP, die in Algerien inhaftierten Islamisten sollten in den Norden Malis gebracht werden, dann würden die Geiseln freigelassen.

Entführer verhinderten Stürmung

Die Entführer hatten vor dem Luftangriff eine Stürmung der Anlage verhindert. Es gab einen Schusswechsel mit den Soldaten und die Truppen der Regierung mussten sich zurückziehen.

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