In den ersten vier Saisonrennen lieferten sich die Red-Bull-Stars ein echte Sieg-Ping-Pong. Während Doppel-Weltmeister Max Verstappen in Bahrain und Australien triumphierte, gewann Perez die Rennen in Dschidda und Baku, war plötzlich an seinem Team-Rivalen dran. Mit einem Sieg in Miami hätte der 33-Jährige sogar die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft übernehmen können.
Doch seither ging es stark bergab. Perez verpasste in Monaco, Spanien und Kanada jeweils den Sprung in den letzten Abschnitt des Qualifyings, trotz der Übermacht des RB19 schauten nur die Plätze 16, 4 und 6 heraus. Zu wenig für die Ansprüche der "Bullen". Deshalb sind zuletzt auch Zweifel an der Red-Bull-Zukunft des Mexikaners aufgekommen. Droht Perez etwa trotz eines noch bis Jahresende 2024 laufenden Vertrags das Aus?
Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko reagierte gegenüber "F1 Insider" auf die Perez-Gerüchte. Und winkte ab. "Was Perez betrifft, hat er bisher den Job erfüllt, den wir von ihm erwarten. Er sollte dazu beitragen, die Konstrukteursweltmeisterschaft zu gewinnen. Und der aktuelle Punktestand gibt ihm Recht", meinte der 80-Jährige mit Blick auf die Team-Wertung, in der Red Bull 321 Zähler auf dem Konto hat – beinahe doppelt so viel wie Verfolger Mercedes (167).
"Er hat auch bewiesen, dass er Rennen gewinnen kann, wenn er gut in Form ist", schob Marko hinterher. Trotzdem konnte auch der Grazer die Enttäuschung über die mageren letzten Ergebnisse nicht verbergen. Das Problem sei allerdings, dass es keine Alternative gibt. "Die Frage, ob er gut genug ist, stellt sich nicht, weil Max immer besser wird. Was wir uns fragen müssen ist: Wer wäre die Alternative? Gibt es im Moment jemanden, der Max wirklich herausfordern könnte? Ich sehe da ehrlich gesagt niemanden", so Marko weiter.
Die Anzahl an Fahrern ist tatsächlich beschränkt. Zuletzt drängte sich Ex-Red-Bull-Pilot Alex Albon mit starken Leistungen im Williams auf, doch der Thailänder hat einen mehrjährigen Vertrag, Ersatzfahrer Daniel Ricciardo in den Red Bull zu setzen, ist für den Rennstall keine Alternative. Und für Talent Liam Lawson, der aktuell in der japanischen Super Formula eine gute Figur macht, käme der Wechsel in die Formel 1 wohl zu früh.