An diesem Samstag ist heuer der erste von zwei Equal Pay Days in Niederösterreich. Während in den meisten Ländern nämlich jener Tag (zuletzt im Oktober) im Jahr als Equal Pay Day markiert wird, ab dem Frauen quasi gratis arbeiten, weil sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, wird der Tag in Niederösterreich politisch gleich doppelt hervorgestrichen.
Dieser zweite Equal Pay Day ist heuer der 20. Februar. Bis heute haben Frauen in Niederösterreich demnach nichts verdient. Erfreulich daran ist, dass das Land Niederösterreich im Vorjahr noch den 25. Februar ausgerufen hatte. Der Einkommensunterschied ging um rund ein Prozent auf nun 14 Prozent zurück.
Viel Freude kommt bei Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister dabei aber nicht auf. Sie erklärt den Grund für den nach wie vor großen Unterschied auch durch die unterschiedliche Berufswahl. "Technische oder handwerkliche Berufe werden immer noch vorwiegend von Männern ausgeübt und sind deutlich höher bezahlt als frauendominierte Berufsfelder wie Einzelhandel, Frisörin oder Bürokauffrau“, so Teschl-Hofmeister.
Das Land Niederösterreich setze daher gezielt Initiativen, um junge Mädchen an Pflichtschulen an technische Berufe heranzuführen und ihnen die verschiedenen Ausbildungswege aufzuzeigen. Rund 100 verschiedene Lehrberufe können in Niederösterreich aktuell gewählt werden. "Viele Mädchen entdecken unbekannte Talente und Interessen in diesen Bereichen und erkennen, dass sich diese Berufswahl auch oft schon in der Lehrzeit durch einen deutlichen Unterschied in der Bezahlung bemerkbar macht", sagt sie.