Große Trauer. Der renommierte burgenländische Winzer Anton Kollwentz ist am Mittwoch im Alter von 85 Jahren gestorben. Er galt als Rotweinpionier und war einer der wichtigsten Gestalter der modernen Weinlandschaft im Burgenland.
Seinen Innovationsgeist zeigte Kollwentz bereits als Teenager. Mit nur 18 Jahren übernahm er Verantwortung im elterlichen Weinkeller in Großhöflein. 1958 pflanzte er die erste Zweigelt-Ertragsanlage im Burgenland aus. Wenige Jahre später, 1963, kelterte er den ersten Ausbruch außerhalb von Rust.
1966 übernahm er gemeinsam mit seiner Frau Margarete das Weingut und entwickelte es Schritt für Schritt weiter. Seit 2004 führen Sohn Andi Kollwentz und dessen Frau Heidi den Betrieb, so der ORF.
In den frühen 1980er-Jahren setzte sich Kollwentz zudem gegen Widerstände der Behörden durch. Schließlich erhielt er eine Sondergenehmigung zur Auspflanzung von Cabernet Sauvignon im Burgenland. Besonders am Herzen lag ihm jedoch der Blaufränkisch. Mit seiner Arbeit schaffte er es, burgenländische Weine in den besten Restaurants Österreichs zu etablieren.
Für sein Lebenswerk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. 1988 wurde er von Falstaff zum "Winzer des Jahres" ernannt. 2021 bekam er das Komturkreuz des Landes Burgenland für seine herausragenden Verdienste rund um den burgenländischen Wein.
"Anton Kollwentz war nicht nur ein Vordenker, sondern ein Gentleman der österreichischen Weinbranche. Er war immer für Innovationen gut, aber auch bescheiden und bodenständig", sagt Christian Zechmeister, Geschäftsführer der Wein Burgenland.
Anton Kollwentz habe eine Qualitätsbewegung geprägt, die weit über das Burgenland hinaus Wirkung zeigte, so Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland. Auch Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld würdigte den Verstorbenen: "Mit ihm verlieren wir eine große Persönlichkeit der Weinwirtschaft."
Betroffen zeigt sich auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. "Mit Anton Kollwentz verliert das Burgenland eine große Persönlichkeit aus dem Bereich des Weinbaus. Mit seinem Mut zur Innovation bei der Etablierung internationaler Rebsorten hierzulande und seinem Eintreten für Qualität hat er den Weinbau im Burgenland über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt", so Doskozil.