Er wurde mit 17 festgenommen und jetzt hingerichtet

Fast nirgendwo auf der Welt werden so viele Todesstrafen vollzogen wie in Saudiarabien. Ein aktueller Fall sorgt für Empörung.

In Saudiarabien ist ein junger Mann hingerichtet worden, der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war. Wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete, wurde Mustafa al-Darwisch, der der schiitischen Minderheit in Saudiarabien angehört, am Dienstag in der Stadt Dammam hingerichtet. Er war demnach wegen Teilnahme an einem "bewaffneten Aufstand" und "Destabilisierung" der Sicherheitslage in dem Königreich zum Tode verurteilt worden.

Todesstrafe für Minderjährige wurde mittlerweile abgeschafft

Nach Angaben von Amnesty International wurde al-Darwisch im Mai 2015 festgenommen, weil er an den regierungskritischen Protesten 2011 und 2012 teilgenommen haben soll. Demnach war er damals erst 17 oder 18 Jahre alt. Die Vollstreckung des Todesurteils zeige, dass den saudiarabischen Behörden das "Recht auf Leben" egal sei, kritisierte Amnesty.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation Reprieve sass al-Darwisch in Einzelhaft und wurde in der Haft gefoltert. Seine Familie wurde demnach nicht über die bevorstehende Hinrichtung informiert. Sie habe erst durch Berichte im Internet davon erfahren.

Saudiarabien hatte die Todesstrafe für Minderjährige nach offiziellen Angaben im April vergangenen Jahres abgeschafft. Diese und weitere Justizreformen sind Teil der Bemühungen von Kronprinz Mohammed bin Salman, das ultrakonservative Königreich zu modernisieren. Der Golfstaat steht seit langem wegen einer der höchsten Hinrichtungsraten der Welt und seines undurchsichtigen Justizsystems in der Kritik.

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