Österreich

Bekannter ATV-Anwalt erhält Berufsverbot

Anwalt Hubert Niedermayr – bekannt aus der ATV-Serie "Erbstreit" – darf seinen Beruf derzeit nicht ausüben. Die Kammer sperrte den Steyrer.

Christine Ziechert
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TV-Anwalt Hubert Niedermayr stolperte über einen Grundstücks-Deal.
TV-Anwalt Hubert Niedermayr stolperte über einen Grundstücks-Deal.
istock (Symbolbild)/www.hniedermayr.at

Er selbst spricht von einem "bedauerlichen Fehler", der in seiner Kanzlei geschehen sei, das Gericht sah ihn als mutmaßlichen Beitragstäter einer betrügerischen Krida: Dem aus der ATV-Serie "Erbstreit – Der letzte Wille ist erst der Anfang!" und dem ORF-"Bürgerforum" bekannten Rechtsanwalt Hubert Niedermayr wurde nun vorläufig die Zulassung entzogen.

Grund für diese Entscheidung der Rechtsanwaltskammer war ein Strafverfahren, bei dem der Oberösterreicher die Beitragstäterschaft bei einer betrügerischen Krida vorgeworfen wurde. So soll sich der Steyrer laut Anklage bei einer Erbschaftsangelegenheit von seiner Mandantin ein Grundstück überschreiben haben lassen, damit deren Söhne keinen Zugriff mehr darauf haben, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN).

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    Getty Images / ASFINAG ("Heute"-Collage)

    Grundstücksdeal im Fokus der Staatsanwaltschaft

    Bereits im Jänner wurde das Verfahren mit einer Diversion abgeschlossen, der Grundstücks-Deal über seine Anwaltskanzlei rückabgewickelt und Niedermayr zu einer Geldbuße verdonnert. "Bei der Diversion erfolgt eine Verantwortungsübernahme des Beschuldigten", erklärte der Sprecher des Landesgerichtes Steyr, Richter Christoph Mayer, gegenüber "OÖN".

    Nun informierte die oberösterreichische Rechtsanwaltskammer die Gerichte in einer verpflichtenden Mitteilung darüber, dass Niedermayr "mit Beschluss des Disziplinarrates zu D22/21 verb. mit D8/21 die Ausübung der Rechtsanwaltschaft vorläufig untersagt worden sei". Der TV-Anwalt darf somit derzeit seinen Beruf nicht ausüben. Er berät allerdings noch seine Partnerin Tatjana Jevtic – sie führt derzeit die Kanzlei – in anstehenden Fällen.

    Jurist kann sich Publizist als Beruf vorstellen

    Laut "OÖN" kommt dem Steyrer die Zwangspause gelegen, da er gerade dabei ist, sich in seinem Leben neu zu orientieren. Der Jurist und Buchautor ("Plädoyer für die Impfpflicht") studiert derzeit Psychologie und kann sich als Beruf auch Publizist vorstellen.

    Niedermayr ist eine schillernde Persönlichkeit: Der Oberösterreicher erregte nicht nur mit seinen Fernseh-Auftritten und Designer-Anzügen, ungewöhnlich gemusterten Tüchern sowie seinem langen, schwarzen Haar, das er meist zu einem Dutt geknotet trägt, für Aufsehen. Der Steyrer wollte auch medienwirksam "untaugliche" Klimaschutz-Gesetze beim Höchstgericht zu Fall bringen und zwang Facebook zu einem Vergleich.