Erdäpfelbauern gehen in Wien auf die Straße

Weil sie ihre Existenz durch die strengeren Vorgaben beim Einsatz von Spritzmitteln bedroht sehen und Wettbewerbsnachteile orten, machen die Bauern mobil.
Hitze, Trockenheit und Schädlinge machen den heimischen Erdäpfeln und damit den Bauern zu schaffen. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, fanden am Donnerstag in Wien mehrere Aktionen von der IG Erdäpfelbau und dem Bauernbund statt – unter anderem werden an mehreren Standorten die letzten Erdäpfel aus der vorjährigen Ernte an Passanten verteilt.

Der österreichische Erdäpfelmarkt könne heuer erstmals nicht durchgehend mit heimischen Kartoffeln versorgt werden, weil die vermarktungsfähige Ernte viel geringer ausgefallen ist.

Rund 130.000 Tonnen Erdäpfel konnten im Vorjahr nicht zu Speisezwecken angeboten werden. Mit dieser Menge hätten 2,4 Millionen Menschen ein Jahr lang versorgt werden können.



CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Österreichs Erdäpfelbauern sollen gegenüber ausländischen Produzenten, beziehungsweise Produzenten außerhalb des EU-Raumes, nicht benachteiligt werden", heißt es.

Vom Handel wird mehr Verständnis und Fairness gefordert und die Politik solle die bewährten Produktionsstandards auch in Zukunft ermöglichen. An Konsumenten wird appelliert, mit Beginn der neuen Erntesaison im Juni verstärkt auf regionale heimische Produkte zu setzen.

(Quelle: Video3)



Mit April hat der Versorgungsengpass mit heimischen Erdäpfeln im Lebensmittelhandel eingesetzt, nun müssten vermehrt Erdäpfel aus Ägypten, Frankreich und Zypern zum Verkauf angeboten werden. Die ausländischen Kartoffeln seien teils unter der Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmitteln erzeugt worden, die in Österreich schon lange nicht mehr erlaubt sind. Das verzerre den Wettbewerb.

Die strengeren Vorgaben beim Einsatz von Spritzmitteln sollen aus Sicht der Landwirte gelockert werden. Die IG Erdäpfel drängt auf eine rasche Notfallszulassung vom Pflanzenschutzmittel "Mocap15". Laut Gegnern der Zulassung sei das Mittel hochtoxisch und bienengefährdend.





Die wirtschaftlichen Verluste durch den Drahtwurmbefall hätten in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Drahtwürmer, die Larven des Schnellkäfers, fressen tiefe Löcher in die Kartoffeln, welche dann nicht mehr zum Verkauf im Handel angeboten werden können.

33 Prozent der Gemeinden sind glyphosatfrei

Greenpeace hat heute übrigens das Bundesländer-Ranking, was die Verwendung des strittigen Pflanzenschutzmittels Glyphosat betrifft, veröffentlicht. Demnach verzichten 61 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden, aber nur 14 Prozent von Tirols Gemeinden auf den Einsatz.



(ek)

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