Ausgerechnet am US-amerikanischen Unabhängigkeitstag hat ein Erdbeben den Süden Kaliforniens erschüttert. Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS hatte das Beben in einer Wüstenregion rund 250 Kilometer nordöstlich von Los Angeles eine Stärke von 6,4.
Der ErdStoß ereignete sich in einer Tiefe von acht Kilometern. Er war in Los Angeles und Las Vegas zu spüren, wie der Sender CNN berichtete.
Fenster klapperten, Wände wackelten
Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark wurde beim Erdbeben am stärksten erschüttert. Diane Ruggiero, Geschäftsführerin einer Hotelkette in Ridgecrest, sagte zu CNN, dass das Hotel erhebliche Schäden aufweise. "Die Kronleuchter schwingen immer noch", erzählte sie fünf Minuten nach dem Erdbeben, das um 10:33 Uhr (Lokalzeit) begonnen hatte.
"Alle Fenster im Haus haben geklappert", berichtet Emma Gallegos (34) aus Bakersfield gegenüber "Los Angeles Times". "Es war eine Art langes, sanftes Rollen, und ich fühlte zwei deutliche Wellen."
"Ich lag auf meinem Bett mit den Füssen gegen die Wand. Da fühlte ich, wie diese wackelte. Ich rief meinen 17-jährigen Bruder und packte meinen dreijährigen Sohn, dann rannten wir nach draußen", erzählt die 22-jährige Edith Mata.
Wie der TV-Sender NBC News berichtet, besteht derzeit keine Tsunami-Gefahr. Laut "Los Angeles Times" ist dies das erste Erdbeben seit fünf Jahren, das in Kalifornien die Stärke 6 übersteigt.
Das letzte schwere Beben in Los Angeles mit tödlichen Folgen liegt gut 25 Jahre zurück. Bei dem Northridge-Beben im Januar 1994 mit einer Stärke von 6,7 starben 57 Menschen. Es richtete Millionenschäden an.
Der US-Westküstenstaat gilt als sehr anfällig für Erdbeben: Auf einer Länge von knapp 1300 Kilometern zieht sich der San-Andreas-Graben durch Kalifornien.
An der tiefreichenden Störung in der Erdkruste schiebt sich die pazifische Platte nach Nordwesten und reibt sich am nordamerikanischen Kontinent. Dabei bauen sich gewaltige Spannungen in der Erdkruste auf, die sich in Erdbeben entladen können.
(rab/ sda)