Nach einem Erdbeben der Stärke 7,1 im Süden Japans laufen die Rettungsarbeiten auf Hochtouren. Besonders betroffen ist die Präfektur Kumamoto, wo zahlreiche Gebäude schwer beschädigt wurden. Die Behörden haben 4.600 Einsatzkräfte mobilisiert, um die Suche nach Überlebenden fortzusetzen.
Besonders dramatisch ist die Lage in der Stadt Yatsushiro. Dort stürzten Teile eines Einkaufszentrums sowie eine Papierfabrik ein. Auch der historische Yatsushiro-Schrein aus dem 19. Jahrhundert und Teile der Burg Kumamoto wurden beschädigt. Über 7.700 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Wie BBC.com berichtet, sind bisher 13 Todesopfer bestätigt. Die Rettungsteams kämpfen gegen die Zeit, da noch immer Menschen unter den Trümmern vermutet werden. In einigen Orten kam es nach dem Beben auch zu Explosionen, etwa im Aeon-Einkaufszentrum.
Viele Bewohner berichten von dramatischen Momenten während des Bebens. Hiroko Ogata, eine 75-jährige Restaurantbesitzerin, sagte: "Alles hat plötzlich heftig gewackelt. Ich hatte Angst um mein Leben." Auch andere Augenzeugen schilderten, wie sie sich in Sicherheit bringen mussten, während Wände einstürzten und Gegenstände zu Boden fielen.
Die hohen Temperaturen machen die Rettungsarbeiten zusätzlich schwierig. Behörden warnen vor Hitzschlag, da die Temperaturen in Kumamoto auf bis zu 35 Grad steigen können. Die Regierung hat begonnen, die Notunterkünfte mit Lebensmitteln, Wasser und Klimaanlagen auszustatten.
Der öffentliche Verkehr ist stark eingeschränkt. Auf der Insel Kyushu sind zahlreiche Zugverbindungen, darunter auch der Shinkansen, ausgesetzt. Einige Passagiere mussten die Nacht in den Zügen verbringen, während an den beschädigten Gleisen Reparaturen laufen.
Auch die Industrie ist betroffen: Im Halbleiterwerk von TSMC laufen die Produktion und Sicherheitsüberprüfungen nur schrittweise wieder an. Das Unternehmen betont, dass alle Mitarbeitenden wohlauf seien, warnt aber vor weiteren Nachbeben.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, weiterhin vorsichtig zu sein und die Anweisungen der Rettungskräfte zu befolgen. Die Aufräumarbeiten könnten noch mehrere Tage dauern.