Türkei: Einstiger Erdogan-Vertrauter spaltet AKP

Die türkische Regierungspartei AKP spaltet sich. Ex-Premier Davutoglu trat aus der Partei aus und erklärte, er werde seine eigene gründen.

Der türkische Ex-Premierminister Ahmet Davutoglu tritt aus der Regierungspartei AKP aus und wird seine eigene Partei gründen. Der einstige enge Vertraute von Präsident Recep Tayyip Erdogan betreibt damit eine Spaltung der AKP, deren Macht zusehends bröckelt.

Es sei eine "historische Verantwortung als auch eine Notwendigkeit" eine "neue politische Bewegung aufzubauen und einen neuen Weg einzuschlagen", sagte Davutoglu bei einer Pressekonferenz am Freitag. Er lade jeden zur Zusammenarbeit ein, "dessen Herz für die Zukunft dieses Land schlägt und Verantwortung verspürt".

Davutoglu hielt die Pressekonferenz zusammen mit den ehemaligen AKP-Abgeordneten Selcuk Özdag, Abdullah Basci und Ayhan Sefer Üstün, die ebenfalls aus der AKP austraten.

Einstiger Mitstreiter Erdogans

Erdogan selbst holte Ahmet Davutoglu 2002 in die AKP. Der Politikprofessor, der neben Türkisch auch Arabisch, Englisch und Deutsch spricht, war zunächst Erdogans außenpolitischer Berater, anschließend Außen- und zuletzt Premierminister. Außerdem war Davutoglu langjähriger AKP-Parteichef.

In den vergangenen Jahren kam es allerdings zwischen den einstigen Vertrauten zu einem offenen Machtkampf, den Erdogan gewann. Im Mai 2016 kandidierte Davutoglu nicht mehr für den Parteivorsitz und trat damit auch automatisch vom Posten des Ministerpräsidenten bzw. Premierministers zurück.

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