Papst Franziskus hat Recep Tayyip Erdogan erstmals zu einer Audienz empfangen. Zuvor ließ der türkische Präsident mit einem kontroversen Sager aufhorchen.
Am Montag empfing Papst Franziskus den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zum ersten Mal in Rom zu einer einstündigen Audienz. Die beiden Männer sprachen über die Jerusalem-Krise und Fremdenhass.
Schräger Vergleich
Kurz vor der Abreise nach Rom hatte Erdogan einen ungewöhnlichen Vergleich gezogen: Er, Erdogan, sei der Anführer von 1,7 Milliarden Muslimen, weil die Türkei derzeit den Vorsitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit innehabe. 57 Länder gehören der Organisation an. Der Papst sei "die Nummer eins" unter den Katholiken.
Der Besuch fand unter schwersten Sicherheitsvorkehrungen statt. 24 Stunden lang darf nicht protestiert werden, rund 3.500 Polizisten sind im Einsatz und schützen unter anderem den Petersplatz.
Weitere Treffen
Kritik gab es von Kurdenverbänden, die die türkische Offensive als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verurteilten und Spruchbänder gegen Erdogan ausrollten.
Nach der Audienz traf Erdogan den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und den Regierungschef Paolo Gentiloni. Dabei wollte er über Flüchtlingspolitik und die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sprechen.
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(lu)