Erfolg und Misserfolg

Bild: Lisi Niesner / Reuters

Erfolg und Misserfolg wohnen oft ganz nahe beieinander. Wer heute hochgejubelt wird, kann morgen schon von allen kritisiert werden. Wer heute der Liebling des Publikums ist, kann morgen schon ausgebuht werden.

Mit dem Palmsonntag beginnt übermorgen die Karwoche. An diesem Tag wird daran erinnert, wie Jesus, bescheiden auf einem Esel reitend, unter dem Jubel der Menschen in Jerusalem einzog. Begeistert wurde er mit Hosianna-Rufen und mit Palmzweigen empfangen. Wer wusste oder ahnte damals, dass schon in wenigen Tagen die Stimmung kippen würde? Am Karfreitag forderte die Menge lautstark seinen Tod: "Ans Kreuz mit ihm!" Wie schnell sich doch die öffentliche Meinung ändern kann! Es ist ein wunderbares Gefühl, von Erfolg getragen zu sein. Anerkennung tut gut. Umso wichtiger ist es, wachsam und nüchtern zu bleiben, damit einem der Erfolg nicht in den Kopf steigt.

Nicht nur Politiker und Spitzensportler erfahren oft schmerzlich, dass triumphale Siege und schwere Niederlagen schnell aufeinander folgen können. Wie aber mit Misserfolg umgehen? Wenn Angst, Versagen, Hilflosigkeit sich einstellen? Wenn man plötzlich "unten durch" ist, am Boden liegt? Jesus hat diese bittere Erfahrung gemacht. So viele Menschen erleben sie. Warum schweigt Gott dazu? Warum lässt er das Leiden geschehen, ohne einzugreifen? Jesus ist durch diese Tiefen gegangen. Deshalb ist er denen nahe, die Ähnliches durchmachen. Nicht jeder Misserfolg kann ausgebügelt werden. Aber trotzdem gibt es immer Hoffnung. Für mich ist das die Zusage Gottes zu Ostern.

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