Niederösterreichs Pendler können endlich aufatmen: Lange Wartezeiten, mangelnde Information und veraltete Garnituren sollen bald der Vergangenheit angehören - zumindest auf einigen Strecken. Nach zähen Verhandlungen zwischen dem Land und den ÖBB wurde eine Einigung erzielt.
Der tägliche Weg zum Arbeitsplatz wird für Peter S. immer mehr zu einer endlosen Leidensgeschichte: Jeden Werktag muss er die Strecke von Silberwald im Bezirk Gänserndorf nach Wien Mitte zurücklegen. Und jeden Tag verzweifelt er an dieser Route: Verspätungen gehören zum Alltag und Information muss man sich als Pendler mühevoll selbst erarbeiten.
Dieses Schicksal teilen mehr als 240.000 Berufspendler und Schüler, die beim täglichen Weg zur Arbeit oder in die Schule auf die Bahn angewiesen sind. Nun ist das Land eingeschritten, um diesen Missstand endlich einzudämmen. Der zuständige Landesrat Johann Heuras hat sich mit den Verantwortlichen der ÖBB zusammengesetzt, um Lösungskonzepte für besonders belastete Regionen zu erarbeiten. Und das mit Erfolg: Für das Waldviertel stehen nun ab Dezember 2009 bessere Zug-Garnituren zur Verfügung, die auf der Strecke Gmünd-Wien zum Einsatz kommen sollen. Auf der Verbindung von Linz nach Amstetten wird der Fahrplan den Bedürfnissen der Fahrgäste angepasst. Ab 8. August soll ein Zug, der bisher nur werktags verkehrte, auch am Wochenende fahren. Für das Industrieviertel konnte Heuras ebenfalls Verbesserungen durchboxen: In Zukunft soll es einen durchgehenden Zug zwischen Payerbach und Wien geben.
Diese Maßnahmen sind ein Tropfen auf den heißen Stein, da sie nur 5500 Pendler betreffen. Viele weitere Bahn-Kunden hoffen aber, dass der eingeschlagene Weg weitergegangen wird.
Sebastian Baryli