Erneut Ausschreitungen bei Brenner-Demo

Bei einer Protestkundgebung am Grenzübergang Brenner ist es am Samstagnachmittag zu Ausschreitungen gekommen. Zwischen 300 und 500 Linksextreme hatten einen "Kampftag" ausgerufen und gerieten noch auf italienischer Seite mit der Polizei aneinander. Knallkörper und Steine flogen, die Polizei antwortete mit Tränengas und Knüppeln. Es gab Verletzte auf beiden Seiten und 15 Festnahmen, darunter drei Österreicher.
Bei einer Protestkundgebung am Grenzübergang Brenner ist es am Samstagnachmittag zu Ausschreitungen gekommen. Zwischen 300 und 500 Linksextreme hatten einen "Kampftag" ausgerufen und gerieten noch auf italienischer Seite mit der Polizei aneinander. Knallkörper und Steine flogen, die Polizei antwortete mit Tränengas und Knüppeln. Es gab Verletzte auf beiden Seiten und 15 Festnahmen, darunter drei Österreicher.

Linksextreme autonome und anarchistische Gruppen - vor allem aus dem Trentino - und Anhänger aufgerufen, "die Grenzen zu zerschlagen". Am Nachmittag hatten sich nach Angaben verschiedener Medien zwischen 300 und 500 Demonstranten auf italienischer Seite gesammelt.

Ein Großteil der Aktivisten kam in Schwarz, vermummt und mit Helmen und Mundschutz sichtlich für Ausschreitungen gerüstet. Die Behörden auf beiden Seiten des Brenners hatten nach den vergangenen Demos bereits mit gewaltsamen Zusammenstößen gerechnet. Dementsprechend waren alleine auf österreichischer Seite 300 Beamte aufmarschiert. Mehrere Kontingente zur Unterstützung stünden bereit, so Polizeisprecher Manfred Dummer zum "ORF".

Eskalation schon auf italienischer Seite

Bereits kurze Zeit nach Beginn der Demonstration kam es noch auf italienischer Seite der Grenze zu ersten Eskalationen von Seiten der Demonstranten. Böller flogen in Richtung der Polizei, diese antwortete mit Tränengas. Eine Minderheit der Demonstranten, die friedlich protestieren wollten, entfernten sich mit erhobenen Händen vom Getümmel, berichtete "stol.it".

Drei Österreicher festgenommen

Nach ersten Zusammenstößen konnten die italienischen Beamten die Krawall-Demonstranten des sogenannten "Schwarzen Blocks" vorerst einige hundert Meter vom Grenzübergang zurückdrängen. Bei den Auseinandersetzungen sollen laut "stol.it" zwei Polizeibeamte sowie mehrere weitere Personen verletzt worden sein, 15 Demonstranten wurden festgenommen. Unter ihnen befinden sich drei Österreicher.

Bürgermeister: "Das sind Verbrecher"

Die A22 Brennerautobahn auf der italienischen Seite sowie die A13 auf österreichischer Seite mussten zwischenzeitlich gesperrt werden. Auch die Bahnstrecke am Brenner war zeitweise blockiert, da sich die Auseinandersetzungen auf das Bahnhofsareal und die Zuggleise verlegt hatten.

Auf österreichischer Seite blieb es ruhig, die an der Grenze postierten Beamten aus mehreren Bundesländern samt Wasserwerfer kamen nicht zum Einsatz. Nur auf italienischer Seite kam es zu den Krawallen mit Sachbeschädigungen. Franz Kompatscher, Bürgermeister am Brenner, zeigte sich nach den Ausschreitungen entsetzt: "Das sind keine Demonstranten, das sind Verbrecher." Tirols Landeshauptmann Günther Platter zeigte sich "schockiert".
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