Erneut Panda-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn

Riesenfreude im Tiergarten Schönbrunn: Ein Pandababy hat am Mittwoch das Licht der Welt erblickt. In keinem anderen europäischen Zoo ist es bisher gelungen, diese Tierart auf natürlichem Wege zu züchten. Im Tiergarten Schönbrunn ist nun zum dritten Mal ein Jungtier zur Welt gekommen. Die Tierpfleger haben am Verhalten von Panda-Weibchen Yang Yang bereits erkannt, dass die Geburt bevorsteht.

"Yang Yang hat die Wurfbox seit Dienstag nur noch für wenige Minuten verlassen, um sich Bambus zu holen und Kot abzusetzen. Gestern um 12.24 Uhr haben wir das erste Quietschen des Jungtieres gehört", erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter am Donnerstag. "Auch wenn die Freude groß ist, müssen wir realistisch bleiben. Innerhalb des ersten Lebensjahres liegt die Sterblichkeit bei Großen Pandas bei 40 Prozent."

 

Pandahaus bleibt vorerst geschlossen

Das Pandababy ist rund 10 Zentimeter groß, rosafarben mit weißem Flaum bedeckt und wiegt etwa 100 Gramm. Yang Yang und ihr Junges werden die nächsten Monate in der Wurfbox bleiben. Wie lange, das entscheiden Mutter und Jungtier selbst. Der letzte Panda-Nachwuchs Fu Hu hat sich Ende Dezember das erste Mal den Besuchern gezeigt. Um den beiden die nötige Ruhe zu gönnen, bleibt das Pandahaus bis auf weiteres geschlossen. Auch die Pfleger wollen die Aufzucht nicht stören, deshalb konnte das Geschlecht noch nicht festgestellt werden. Da Panda-Väter auch im Freiland nicht an der Aufzucht ihres Nachwuchses beteiligt sind, ist Long Hui von Weibchen und Jungtier getrennt.

 

Kooperation mit China

Der Große Panda zählt zu den hoch bedrohten Tierarten. Nur noch rund 1.600 Tiere leben im Südwesten Chinas. In den meisten Zoos und Zuchtstationen, in denen Pandas gehalten werden, setzt man auf künstliche Besamung. Dem Tiergarten Schönbrunn ist es mit der Geburt von Fu Long am 23. August 2007 und von seinem Bruder Fu Hu am 23. August 2010 bereits zweimal gelungen, Große Pandas auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Diese zoologische Sensation ist in keinem anderen Zoo in Europa bis jetzt geglückt und hat sich nun zum dritten Mal wiederholt. Die beiden in Schönbrunn geborenen Pandas Fu Long und Fu Hu leben mittlerweile in China.

Der Tiergarten Schönbrunn gehört zu den vier Zoos in Europa, in denen Große Pandas leben. Alle Pandas, auch das neugeborene Jungtier, sind im Besitz der Volksrepublik China. Die nächsten zwei Jahre wird der Nachwuchs in Wien bleiben. Im März ist der zehnjährige Leihvertrag zwischen dem Tiergarten Schönbrunn und der China Wildlife Conservation Association wie geplant ausgelaufen, die Verhandlungen für den neuen Leihvertrag sind bereits abgeschlossen. Bis dieser unterzeichnet ist, gilt ein Übergangsvertrag.

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