Tinto Brass, einer der bekanntesten und umstrittensten Erotik-Regisseure Italiens, ist gestorben.
Der Filmemacher wurde 93 Jahre alt und verstarb in der italienischen Hauptstadt Rom.
Brass wurde am 26. März 1933 als Giovanni Brass in Mailand geboren. Sein Spitzname geht auf den venezianischen Maler Jacopo Tintoretto zurück, den ihm sein Großvater gab. Schon früh widmete er sich dem Film und arbeitete Ende der 1950er-Jahre an der Cinémathèque française in Paris.
Wie n-tv unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Ansa und die Familie meldet, hinterlässt der Regisseur seine Ehefrau, die Schauspielerin Caterina Varzi, sowie zwei Kinder.
Besondere Bekanntheit erlangte Brass durch den Film "Caligula" aus dem Jahr 1979. Das aufwendig produzierte Historien-Epos mit Malcolm McDowell, Helen Mirren und Peter O'Toole gilt bis heute als einer der berühmtesten Skandalfilme der Kinogeschichte. Der Film wurde gegen den Willen des Regisseurs umgeschnitten – satirische Elemente wurden entfernt und pornografische Szenen eingefügt.
Zuvor hatte Brass bereits mit "Salon Kitty" (1976) über ein Spionagebordell der Nazis für Aufsehen gesorgt. Danach folgten weitere Erotikfilme wie "Paprika - Ein Leben für die Liebe" (1991), "Eine unmoralische Frau" (1992) und "Frivole Lola" (1998).
"Ich habe viele erotische Filme gedreht, weil ich Erotik für einen grundlegenden Schlüssel zum menschlichen Ausdruck hielt und vor allem für den Schlüssel, um Frauen zu erzählen", erklärte Brass einst gegenüber der Tageszeitung "La Repubblica".
Noch im September dieses Jahres hatten ihm die Filmfestspiele in Venedig eine Hommage gewidmet. Aufgrund seines angeschlagenen Gesundheitszustands konnte Brass jedoch nicht mehr persönlich an der Vorführung teilnehmen.