Erpresser stellen Firmen-Chefs auf Kinderporno-Seite

Von einer miesen Spam-Attacke waren insgesamt 376 österreichische Firmen betroffen.
Von einer miesen Spam-Attacke waren insgesamt 376 österreichische Firmen betroffen.Unsplash
Nach dem Schlag gegen eine Bande von Bombendrohern macht der Innenminister auch eine andere Masche bekannt. 376 heimische Firmen sind betroffen.

Das Innenministerium gibt bekannt, dass in Österreich die Zahl der Cyber-Ermittler des Bundeskriminalamts verdoppelt werden. Der Grund: Die Kriminalität verlagere sich immer mehr von der Straße ins Internet, so Innenminister Karl Nehammer. Er wolle den Kampf gegen Gewalt und Drohungen im Netz "mit besonderer Entschlossenheit" führen. Erst kürzlich sei ein "großartiger Erfolg" im Kampf gegen Droh- und Erpressungs-E-Mails gelungen.

Seit 2019 wurden 5.326 Fälle analysiert und nun konnten 82 Anzeigen an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden. Sechs Tatverdächtige, unter anderem aus Deutschland, Italien, Portugal und Russland, wurden ausgeforscht. Bereits bekannt war eine Masche: In der Nacht von 24. auf den 25. September 2020 wurde eine Droh-E-Mail an über 400 österreichische Firmen vom Absender "Lumba Attack Squad" verschickt und mit einer versteckten Bombe im Unternehmen gedroht.

Erpressung mit manipulierten Fotos

Im Zuge einer weiteren Spam-Welle kopierten die Kriminellen das Bild des Firmenchefs von der Firmen-Webseite auf eine einschlägige Webseite, die Online-Kindesmissbrauch beinhaltet. Anschließend wurden die Firmenchefs mit der Veröffentlichung der manipulierten Bilder erpresst. Von dieser Spam-Attacke waren insgesamt 376 österreichische Firmen betroffen. Der Verdächtige, ein 45-jähriger deutscher Staatsangehöriger, sitzt mittlerweile in Deutschland in Haft.

"2018 registrierte die österreichische Polizei einen rasanten Anstieg an massenhaft ausgesendeten Erpressungs-E-Mails", heißt es in einer Aussendung des Innenministeriums. Die Absender drohten den Opfern mit der Veröffentlichung von diskreditierenden Videos, wenn nicht ein bestimmter Betrag in Kryptowährung bezahlt werde. Darum kümmert sich ein eigenes Ermittlerteam aus fünf Experten. 

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