Der Verdächtige bestreitet die Vorwürfe.
Vom Computer des 61-jährigen Peter Alois N. seien Emails mit der Drohung abgeschickt worden, mit Botox vergiftete Produkte in den Geschäften der Kette zu platzieren und schädigende Informationen an Medien weiter zu geben, sagte Polizeisprecher Pisit Paoin am Mittwoch. Die Polizei nahm ihn auf Intervention von Interpol in seiner Wohnung fest. Deutsche Beamte hatten die Droh-Emails zu seinem Computer zurückverfolgt.
Die ersten Droh-Emails gingen im Juni in der Firmenzentrale in München ein. Der mutmaßliche Erpresser aus Österreich habe 15 Millionen Euro verlangt. Das Geld hätte in zwei Tranchen binnen 36 Stunden an eine kanadische Bank überwiesen werden sollen.
Verdächtigen wird in Deutschland der Prozess gemacht
"Es gab auch einen Inlandshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Salzburg, weil hier der letzte bekannte Aufenthaltsort des Mannes war", betonte am Mittwoch Barbara Feichtinger, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg. "Der Mann wird aber nach Deutschland ausgeliefert. Dort wird ihm auch der Prozess gemacht werden."
Die Auslieferung des dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen: Die Polizei Essen, die mit Kripobeamten und Unterstützung des Bundeskriminalamtes an den Ermittlungen in Thailand beteiligt war, erwartet den Österreicher in den nächsten Tagen zur Vernehmung.
Der Mann ist laut Feichtinger am Gericht kein gänzlich Unbekannter. Der 61-Jährige musste sich 2003 in Salzburg wegen Veruntreuung und Diebstahls verantworten.
Medienbericht: N. will nur übersetzt haben
Laut der Zeitung "Bangkok Post" wird ihm vorgeworfen, sich als russischer Mitarbeiter einer Geheimorganisation ausgegeben zu haben. Der Verdächtige habe bestätigt, der gesuchte Mann zu sein, die Anschuldigungen aber bestritten. Er habe ausgesagt, lediglich von einer russischen Organisation beauftragt worden zu sein, Dokumente ins Deutsche zu übersetzen.
Der in Thailand festgenommene Mann aus Salzburg gab in Pattaya bisher eine deutschsprachige Monatszeitschrift heraus. Er lebte nach Angaben der Polizei seit mehr als sieben Jahren in dem Badeort rund 100 Kilometer südöstlich von Bangkok.
APA