Der Mordfall um Sportjournalist Luca Esposito (53) sorgt für Bestürzung. Der Italiener, dessen bürgerlicher Vorname eigentlich Luigi lautete, wurde am Wochenende erschossen und anschließend auf einem Feld bei Eboli in der italienischen Provinz Salerno verbrannt aufgefunden.
Feuerwehrleute waren wegen eines gemeldeten Grasbrandes ausgerückt und entdeckten dabei die stark verkohlte Leiche, die zunächst nicht einmal eindeutig als männlich identifiziert werden konnte.
Jetzt melden sich internationale Organisationen zu Wort: Das Committee to Protect Journalists (CPJ) sowie die europäischen und internationalen Journalistenverbände EFJ und IFJ forderten eine rasche und lückenlose Aufklärung des Falls. "Wir sind zutiefst schockiert über die brutale Tötung des italienischen Sportjournalisten Luca Esposito", erklärte CPJ-Europavertreter Attila Mong. Die Behörden müssten schnell und transparent klären, ob die Tat mit Espositos journalistischer Arbeit in Zusammenhang stehe.
Esposito war Chefredakteur des Fußball-Newsportals TuttoSalernitana.com, schrieb zudem für die Tageszeitung "La Città di Salerno" sowie das Portal TuttoC.com und war als Fußballkommentator beim Regionalsender Otto Channel zu sehen.
Über Kriminal- oder Justizthemen berichtete er italienischen Medien zufolge nie, ein direkter Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit gilt daher bislang nicht als Hauptspur, ausgeschlossen wird er von den Ermittlern aber auch nicht.
Für zusätzliche Verwirrung sorgt eine falsche Information, die sich rasch verbreitet hatte: Mehrere Bekannte gingen davon aus, Esposito sei bei der Umweltbehörde Arpac beschäftigt und dort für Kontrollen in Büffelbetrieben zuständig gewesen. Die Behörde stellte inzwischen klar, dass Esposito nie bei ihr angestellt war.
Otto-Channel-Direktor Pierluigi Melillo beschrieb den Journalisten als "wertvollen Mitarbeiter", der in seinen Fußball-Kommentaren "unbequem, aber nie oberflächlich" gewesen sei. Der Fußballklub Salernitana sagte aus Respekt eine geplante Pressekonferenz ab. Espositos Schwester bat unterdessen öffentlich in sozialen Medien um Mithilfe, um Täter und Motiv der brutalen Tat aufzuklären.