Welt

Erschossener Schäferhund biss bereits ein Kind

Das Tier, das am Dienstag einen Trainer gebissen hatte und daraufhin von der Polizei getötet wurde, griff bereits im Mai ein Kind an.
20 Minuten
19.08.2020, 16:46

Ein 46-jähriger Hundetrainer wurde von einem Schäferhund mehrfach gebissen, als er während einer Verhaltensprüfung versuchte, dem Tier einen Maulkorb anzulegen. Das Tier wurde von der alarmierten Regionalpolizei unteres Fricktal in der Schweiz erschossen, wie es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch heißt. Der Trainer musste ins Spital gebracht werden. Ereignet hatte sich der Vorfall am Dienstag gegen 16.30 Uhr im Waldgebiet zwischen den Aargauer Gemeinden Rheinfelden und Möhlin.

Wie Recherchen von "20 Minuten" zeigen, war der vierjährige Hund, dessen Halter im Kanton Baselland wohnt, bereits aktenkundig, weil er im Mai 2020 im Kanton Luzern ein Kind attackiert hatte. Das Opfer musste im Spital behandelt werden. Deshalb veranlasste das zuständige Baselbieter Veterinäramt Ende Juni eine Wesensprüfung. Der eingesetzte Experte ordnete für das Tier eine Leinen- und Maulkorbpflicht an, wie von der Volkswirtschaft- und Gesundheitsdirektion zu erfahren war.

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Trainer ist erfahrener Fachmann

Der angegriffene Trainer musste ins Spital gebracht werden, erlitt aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen, wie es vonseiten der Aargauer Polizei heißt. Zum Zeitpunkt des Angriffs agierte er aber nicht im Auftrag der Baselbieter Behörden, wie diese betonen. Bei ihm handelt es sich um einen ehemaligen Polizeihundeführer, der unter Hundehaltern und beim Tierschutz ein hohes Ansehen genießt und viel Erfahrung vorweisen kann. Für eine Stellungnahme war der Mann nicht zu erreichen.

Weshalb sich das Tier in Rheinfelden aufhielt und wie es zu der Attacke kam, ist derzeit unklar. Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Schusswaffeneinsatzes der Polizei von Amtes wegen ein Verfahren eröffnet. Dabei werde geprüft, ob der Einsatz der Schusswaffe verhältnismässig gewesen sei.