Eine 14-Jährige hat sich am Landesgericht Korneuburg wegen mehrerer Delikte verantworten müssen. Der Jugendlichen wurden unter anderem Körperverletzung, Nötigung und Diebstahl vorgeworfen.
Im Mittelpunkt des Prozesses stand eine brutale Attacke auf einen damals 12-jährigen Buben. Die Tat soll sich Mitte Jänner in einem Keller abgespielt haben. Laut Anklage wurde der Zwölfjährige in den Keller gelockt, dort massiv geschlagen und eingeschüchtert. Der Bursche erlitt dabei Verletzungen.
Die rumänische Staatsbürgerin ist derzeit in einer Betreuungseinrichtung, Schule besuchte sie laut "Kurier" keine mehr: "Ich hatte keine Lust mehr."
Neben der Hauptangeklagten waren zwei weitere Jugendliche in den Vorfall verwickelt. Sie standen allerdings nicht als Angeklagte, sondern als Zeugen vor Gericht.
Vor Gericht wurde der Tathergang umfassend aufgearbeitet. Dabei spielten auch die Aussagen der beteiligten Jugendlichen eine wichtige Rolle. Das Gericht befasste sich zudem mit den persönlichen Umständen der Angeklagten und ihrem bisherigen Lebensweg.
Die Staatsanwaltschaft warf der Jugendlichen neben der Körperverletzung auch Nötigung sowie Diebstahl vor. Nur ein dicker Anorak bewahrten den Burschen womöglich vor schwereren Verletzungen: "Sie behandelten das Opfer als reinen Boxsack", so die Staatsanwältin laut "Kurier".
Nach Abschluss der Beweisaufnahme zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Schließlich fiel das Urteil: Die 14-Jährige wurde schuldig gesprochen.
Das Gericht verhängte gegen die Jugendliche laut "Kurier" eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie eine Probezeit von drei Jahren (rechtskräftig). Sie muss somit vorerst nicht ins Gefängnis, sofern sie sich während der Probezeit nichts zuschulden kommen lässt.
Der Fall zeigt erneut, dass Gewaltdelikte unter Jugendlichen zunehmend auch die Gerichte beschäftigen und selbst junge Täter mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.