Stephen Ward (18) ist einer der 180 Verletzten, die beim der Eisenbahntragödie von Santiago de Compostela im Zug saßen. Als der Hochgeschwindigkeitszug entgleiste wurde er durch die Luft geschleudert und wachte blutüberströhmt im zerstörten Waggon auf. Der Lokführer muss sich am Freitag erstmals einer Befragung stellen.
saßen. Als der Hochgeschwindigkeitszug entgleiste, wurde er durch die Luft geschleudert und wachte blutüberströhmt im zerstörten Waggon auf.
Der 18-jährige Stephen Ward brach vor sechs Wochen von seiner Familie im tiefsten Utah auf, um in Spanien Missionar zu werden. Der Mormone gehört der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage" an und besiegte zuhause in Utah bereist einmal eine Krebserkrankung. In Spanien angekommen, saß er im Unglückszug. Kurz vor Santiago machte er sich noch Notizen in seinem Journal, als der Zug in der Kurve plötzlich aus den Gleisen flog. "Wir hatten schon einige scharfe Kurven hinter uns. Dann kann die engste Kurve und der Zug hob komplett von den Gleisen ab. Es fühlte sich an wie in der Achterbahn." Für einige Sekunden dachte Ward "das fühlt sich aber eigenartig an". CNN beschreibt, dass auch die anderen Fahrgäste erstaunt schauten, verängstigt war zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Lokführer: "Ich hoffe, es gibt keine Toten, denn die gingen auf mein Gewissen."
Sekunden später starben 78 Menschen. Unter den Todesopfern sind nach amtlichen Angaben fünf Ausländer: ein US-Bürger, eine Dominikanerin, eine Mexikanerin, ein Kolumbianer sowie eine Person aus Algerien. Sieben Opfer waren am Freitag noch nicht identifiziert. Wie Galiciens Regionalbehörden mitteilten, wurden 178 Fahrgäste verletzt. Der Zustand von 32 Menschen war am Freitag nach amtlichen Angaben noch kritisch.
Gerichtsmediziner erklärten, die Identifizierung einiger Toten werde länger dauern Waggons wurden aufgeschlitzt als seinen sie aus Alufolie. Der Lokführer und sein Assistent überlebten das Unglück nahezu unverletzt. Nach Informationen der Zeitung "El Pais" soll der Lokführer unmittelbar nach der Katastrophe über Funk der Leitstelle im Bahnhof von Santiago gesagt haben: "Ich hoffe, es gibt keine Toten, denn die gingen auf mein Gewissen."
Stephen Ward wurde am Donnerstag noch aus dem Spital entlassen. Er hofft, seine Mission in Spanien trotzdem übernehmen zu können. Für Dutzende andere ist alles zu spät. Nun wird nach einem Grund für die Tragödie gesucht - und nach einem Schuldigen.