Erste Burka-Frauen verlassen Österreich

Die ersten Burka-Trägerinnen haben Österreich den Rücken gekehrt
Die ersten Burka-Trägerinnen haben Österreich den Rücken gekehrtBild: Daniel Schreiner (Symbolbild)
Seit 1. Oktober gibt es ein Verhüllungsverbot in Österreich. Das Gesetz sorgt für viel Aufregung. Die ersten "betroffenen Frauen" haben das Land bereits verlassen.
Vor genau 69 Tagen ist in Österreich das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz bzw. Verhüllungsverbot in Kraft getreten. Demnach ist es in der Alpenrepublik nicht mehr gestattet, in der Öffentlichkeit einen Gesichtsschleier zu tragen.

Das Gesetz sorgte aber nicht nur im Land selbst für hitzige Debatten, sondern wurde auch im Ausland scharf kritisiert. So erklärten Kritiker, dass dieses Gesetz die Religionsfreiheit der Menschen stark einschränken würde und das dies nichts mit Integration zu tun hat.

Knapp 100 Amtshandlungen

Rund 100 Amtshandlungen hat die Wiener Polizei seit der Einführung des Gesetzes durchgeführt. Zwei Drittel davon wegen Burkas oder Nikabs.

Doch nicht nur Trägerinnen eines Gesichtsschleiers wurden von den Beamten gestoppt, sondern auch Personen, die mit einem Schal oder der Jacke ihr Gesicht zu sehr verdeckten. Erste Ende November erhielt deshalb ein Wiener eine Rüge von der Polizei. Denn laut Gesetz müssen die Gesichtszüge erkennbar sein.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Wer sich weigert den Gesichtsschleier abzulegen und angezeigt wird, muss daher mit einer Strafe von bis zu 150 Euro rechnen.

"Betroffenen" ziehen Konsequenzen

Die "betroffenen Frauen" reagieren dabei ganz unterschiedlich auf das Gesetz, berichtet Elif Öztürk von der "Dokustelle Islamfeindlichkeit". Zu den häufigsten Reaktionen zählen: Abnehmen, Isolation oder auch Auswanderung.

Wie die "Krone" in ihrer Freitagausgabe berichtet, haben die ersten Nikab- oder Burka-Trägerinnen bereits die Konsequenzen aus dem Gesetz gezogen und Österreich wieder verlassen.

In welches Land die "betreffenden Frauen" gereist sind, darüber gibt es von Seiten der Wiener Dokumentationsstelle gegen Islamfeindlichkeit keine Auskunft, heißt es in dem Bericht. Auch wie viele Frauen sich zu dem Schritt entschlossen haben, dem Land den Rücken zu kehren, ist nicht bekannt.

Vielfältige Gründe

Die Gründe, warum die Nikab- oder Burka-Trägerinnen lieber das Land verlassen, als ihren Gesichtsschleier abzunehmen, sind vielfältig. Jede Person treffe diesbezüglich ihre eigene Entscheidung, so Elif Öztürk. (red)

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