Niederösterreich

Erste Gehirn-OP bei wacher Patientin in St. Pölten

Im Universitätsklinikum St. Pölten ist erstmals eine Tumoroperation am Gehirn gemacht worden, bei der die Patientin bei Bewusstsein war.
Tanja Horaczek
11.03.2022, 18:55

Zweieinhalb Stunden von der über vierstündigen Operation am Gehirn war die 42-Jährige munter. Ein solch ein Eingriff, eine Wachkraniotomie, wurde zum ersten Mal im Universitätsklinikum St. Pölten durchgeführt. Der Patientin wurde ein Gehirntumor beim Sprachzentrum entfernt. Und genau aus diesem Grund musste die Frau während des Eingriffes wach sein.

Lange Vorbereitungszeit

Denn laut dem Klinikum kann nur so festgestellt werden, wie viel von dem Tumor entfernt werden darf, ohne dem Patienten die Sprache zu rauben. Für den Eingriff, der mittlerweile fünf Monate her ist, war eine lange Vorbereitungszeit notwendig - Probeligen in OP-Position inklusive. Im Vorfeld musste auch die Patientin gut kennengelernt werden, damit jegliche Veränderungen bei den Sprachübungen bemerkt werden.

Patientin musste während OP selber atmen

Weitere Besonderheit bei dieser Operation: Es gibt keinen Beatmungsschlauch. Die Patientin muss die ganze Zeit über selber atmen. Die 42-Jährige ist sehr zufrieden über den Verlauf der OP. „Ohne andere Eingriffe jetzt bagatellisieren zu wollen, gehören diese Eingriffe sicher zu den herausforderndsten“, so Franz Marhold, Neurochirurg und Hauptoperateur gegenüber orf.at.

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