Die Erste Group wird wegen der Staatsschuldenkrise heuer einen Riesenverlust einfahren. Vorstandschef Andreas Treichl geht von bis zu 800 Millionen Euro Miese aus. Raiffeisen kündigt zwar einen Gewinn für 2011 an, in Hinblick auf Ungarn gäbe es aber einen "signifikanten zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf".
Die Erste Group wird wegen der Staatsschuldenkrise heuer einen Riesenverlust einfahren. Vorstandschef Andreas Treichl geht von bis zu 800 Millionen Euro Miese aus.Raiffeisen kündigt zwar einen Gewinn für 2011 an, in Hinblick auf Ungarn gäbe es aber einen "signifikanten zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf".
Für das Jahr 2011 hatte man bei der Erste Group eigentlich mit einem Nettogewinn zwischen 850 und 950 Millionen Euro gerechnet. Doch die Staatsschuldenkrise trifft die Bankengruppe hart. Statt schwarzer werden tiefrote Zahlen geschrieben - Vorstandschef Andreas Treichl nun einen Verlust von 700 bis 800 Millionen Euro. Vor allem riesige Abschreibungen auf ihre Bankbeteiligungen in Ungarn und Rumänien bringen die Erste Group heuer tief in die Verluste.
Die Milliardenbelastung aus den Ost-Operationen im 3. Quartal 2011 hat die bis zum ersten Halbjahr aufgelaufenen Gewinne der Ersten aufgezehrt. Bei der Ergebnisbelastung handle es sich um Einmaleffekte nach einer Bilanz-Auskehr, wie die Erste betont. Für die Aktionäre gibt es keine Dividende.
Auch Raiffeisen vor Problemen
Der Kurs der Erste-Group-Aktien an der Wiener Börse brach im Frühhandel (Stand 9:10 Uhr) um 9,3 Prozent ein. Auch der Republik entgeht ein Haufen Geld: Die Erste Group hatte sich 1,2 Milliarden Euro vom Staat geliehen - die Rückzahlung des Betrags verzögert sich um mindestens ein Jahr. Auswirkungen gibt es auch auf die Raiffeisen Bank International.
Laut eigenen Angaben hat die Bank 100 Millionen Euro Belastungen aus dem ungarischen Gesetz zur Franken-Kreditkonvertierung. Fast gleichzeitig wurde ein Kapitalnachschuss für die Ungarn-Tochter angekündigt - Höhe bisher unbekannt. An die Öffentlichkeit ist die Bank mit den Verlusten wohl gegangen, weil die Erste-Group-Aktie die der Raiffeisen Bank mit in die Tiefe riss: Sie schrieb ein Minus von 4,7 Prozent.